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 Betreff des Beitrags: IN MEDIEVAL TIMES
Ungelesener BeitragVerfasst: 21. Januar 2006 11:17 
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Beiträge: 107
Nachdem Gine den Thread mit den Bildern über die vier Gründer eröffnet hat, hab ich mich mal wieder an meine FF über die Gründung von Hogwarts erinnert, die vor fast genau einem Jahr entstanden ist. Vielleicht kennt sie der eine oder andere aus einem anderen Forum, aber ich hab mich entschlossen, sie auch hier zu posten. Auch wenn ich Reviews nicht für lebensnotwendig halte, würde ich mich über Kommentare natürlich trotzdem freuen!
In medieval times
Bild

»Seht her!«, rief er und hob beide Hände gen Himmel. Mit der rechten schwang er den Zauberstab und vor dem im Morgen ergrauten Himmel erhob sich eine farbige Gestalt aus der Spitze seines Zauberstabes. Es war ein Drache in den Farben rot, gelb, grün und blau, der Feuer speiend in einen Regenbogen überging. In der Luft formten sich zudem Worte in schnörkeliger schwarzer Schrift:
Draco dormiens numquam titillandus!

...
Und dann sahen sie es: Godric Gryffindor sah das Löwenhaupt, Helga Hufflepuff erkannte die Dachskrallen, Rowena Ravenclaw sah die Adlerflügel schlagen und Salazar Slytherin beobachtete, wie sich der Schlangenschwanz aus Merlins Zauberstab schlängelte


Titel:
In medieval times

Autor:
Miamaria

Genre:
FF über die Gründung Hogwarts

Anmerkungen:
Disclaimer: Alle bekannten Figuren, Orte, Gegenstände etc. gehören natürlich J.K.Rowling. Anlehnungen, wie mittelalterliche Ausdrücke etc., stammen aus dem Buch „Der Bastard von Berg“. Als geschichtliches Hintergrundmaterial dienten das Buch „Die Ritter“, sowie das Internet. Alles bisher Unbekannte stammt jedoch von mir!
Ich verdiene mit dieser FF kein Geld.

Altersbeschränkung:
ab 10 Jahren

Kurzbeschreibung:
» …Gesucht werden gar vier von Euch, vier Magische, vier Weise, vier Fähige, vier Herausragende aus der Zauberschar. …«
Rätselhafte Nachrichten wie diese kommen überall dort in England an, wo noch der kleinste Funke von Magie zu finden ist. Nachrichten, klar adressiert und mit einer klaren Einladung. Aber ohne Unterschrift. Wer ist der Verfasser dieser Botschaften?
Schwierige Prüfungen, ein mysteriöses Treffen im Wald und zahlreiche neue Aufgaben sind die Ereignisse, die einigen der Empfänger noch bevorstehen. Doch Vier können all dies meistern und was durch sie entsteht ist wahrhaftig etwas Großes: Hogwarts, die Schule für Hexerei und Zauberei!

Kapitel:
7

Wörter:
mit 13.505 Wörtern abgeschlossen


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 21. Januar 2006 11:26 
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Beiträge: 107
Kapitel 1
Kundgebung

»Hört, ihr Leute, ihr magischen,
ihr Zauberer und Hexenweiber,
hört her!
Gesucht werden gar vier von Euch,
vier Magische,
vier Weise,
vier Fähige,
vier Herausragende aus der Zauberschar.
Vier ganz besondere Talente.

Ihr Zauberer, ihr Hexenweiber,
hört ihr dies,
so macht Euch auf,
macht Euch auf, zu prüfen Euer Geschick, Euer Talent, Euer Besonderheit.
Stellt Euch der Prüfung,
fürchtet Euch nicht,
denn gesucht werden gar vier,
vier Magische,
vier Weise,
vier Fähige,
vier mit unverwechselbarer Gestalt.

Tretet heraus aus dem Schatten der Muggel,
erinnert Euch Eurer Herkunft, Eurer Art.
Macht Euch bereit Euer Talent zu beweisen, vergeudet es nicht.

Ihr Zauberer, ihr Hexenweiber,
vier von Euch werden gesucht.
So macht Euch auf den Weg,
auf den Weg nach Caer Myrdinn,
zu finden im Süden des Landes.
Macht Euch bereit,
wenn die Sonne zum fünften Mal untergeht
und findet Euch ein, zum 10.Glockenschlag.

Fürchtet Euch nicht,
zeigt Euer Geschick,
Ihr werdet erwartet.
Denn gesucht werden gar vier von Euch.
…«


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 21. Januar 2006 12:22 
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Beiträge: 107
Kapitel 2
Die Auswahl


Die Sterne funkelten so hell und klar wie selten zuvor, in dieser eisigen Januarnacht im Jahr 986 nach Geburt des Herrn und ließen Caer Myrdinn in einem eigentümlichen Glanz erstrahlen. Aus den Ritzen der mit Fellen verhängten Fenster der Burg drangen dünne Lichtstrahlen und gaben der einstmaligen hochherrschaftlichen Residenz etwas Mysteriöses und leicht Unheimliches. Denn es musste zu König Arthus Zeit gewesen sein, als der letzte keltische Rhi hier auf dem Thron gesessen hatte und nach seinem Ableben war die Burg eigentlich verlassen.
Dunkel zeichnete sich der Wohnturm vor dem tiefblauen Nachthimmel ab und obwohl mehrere hundert Jahre vergangen waren seit jemand auf der Burg gelebt hatte, standen die Mauern noch immer genauso fest und unerschütterlich wie damals und hatten jedem Sturm und jedem Wetter getrotzt. Auch der bittere Frost in dieser Nacht konnte der Burg nichts anhaben und verfärbte nur die Bäume und Sträucher im Innenhof weiß.
Im Empfangssaal des Anwesens war von der draußen vorherrschenden Kälte nichts zu spüren. Im Kamin, in dem fünf Männer aufrecht stehend Platz gefunden hätten, loderten balkendichte Scheite und breiteten eine angenehme Wärme im Raum aus. Der Boden war mit weißem Marmor ausgelegt, die Wände waren kreidegeschlämmt und beidseits der verhüllten Fenster sorgten Fackeln für spärliche Beleuchtung. Die Wärme, die vom Feuer des Kamins ausging, wurde noch verstärkt durch die Ansammlung von Menschen, die sich im Saal aufhielten und aufgeregt durcheinander sprachen. Männer und Frauen verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft, erkennbar an ihren unterschiedlichen Gewändern, drängten sich durcheinander. Bauersleute in einfachen Leinenröcken, Edeldamen in langen Gewändern, reich mit Stickerei verziert, und sogar einige Ritter, in edlen Umhängen, die Schwerter darunter halb verborgen, waren zu erkennen. Nur in einer Hinsicht waren sich alle Personen gleich, denn sie alle trugen einen hölzernen Stab mit sich, der ihre Herkunft und damit auch ihre Zusammengehörigkeit bewies. Denn jeder von ihnen hier war ein Zauberer oder eine Hexe.
Aus ganz England, Irrland und Schottland hatten sie sich auf den Weg gemacht und waren in Caer Myrdinn eingetroffen, ohne recht zu wissen, was nun geschehen würde. Jeder und jede von ihnen hatte vor fünf Tagen die rätselhafte Nachricht erhalten, sich hier einzufinden. Niemand wusste wie, aber dieses sonderbare Pergament war bei ihnen erschienen und hatte sich, nachdem die rätselhaften Zeilen gelesen waren, in einer lodernden weißen Stichflamme aufgelöst.

Viele von ihnen hatte große Furcht ergriffen, als sie die Nachricht erhalten hatten, denn in Zeiten wie diesen war es ratsam, nicht mit Zauberei oder Hexerei in Verbindung gebracht zu werden. Die Muggel verfolgten seit geraumer Zeit jedes noch so kleine Zeichen von Magie mit unerbittlicher Härte und in ihrer Angst vor dem Übernatürlichen, dem sie sich schutzlos ausgeliefert fühlten, hatten sie sogar dort gesucht, wo eigentlich gar keine Magie zu finden war. Die Opfer dieser Hexenverfolgung waren zahlreich gewesen und waren es noch, und auch wenn sich jeder Zauberer und jede Hexe mit Leichtigkeit gegen die Muggelangriffe hatte schützen können, so hatten sie doch alle die Aufspürung ihrer Welt gefürchtet. Mehr und mehr hatten sich die Magischen aus der Zauberwelt zurückgezogen, lebten nun wie Muggel, kleideten sich wie sie und gebrauchten kaum noch Zauber, um nicht entdeckt zu werden. Nur noch wenige Jugendliche mit Zauberblut waren ausgebildet zum Zaubern, viele schienen ihre Herkunft völlig vergessen zu haben. Aber einige wenige Zauberer und Hexen erinnerten sich an die alten Sprüche und waren fähig genug, sie zu gebrauchen. An all jene war die seltsame Einladung gesandt worden und jeder von ihnen hatte sie angenommen, denn sie alle fühlten, dass dies etwas ganz Besonderes sein musste. Nicht nur für sie selbst, sondern für die gesamte Zauberwelt.

Aus weiter Ferne erklangen dumpfe Töne einer Kirchturmglocke, die mit ihren Schlägen die 10. Stunde der zweiten Tageshälfte ankündigte. Das aufgeregte Stimmengewirr in der Empfangshalle wurde augenblicklich leiser, denn alle versammelten Hexen und Zauberer warteten gespannt, was nun, da der Zeitpunkt der Einladung gekommen war, geschehen würde. Seltsam genug war es ohnehin gewesen, dass bisher kein Burgherr sie begrüßt hatte. Überhaupt hatten sie sowieso noch niemanden gesprochen oder gesehen, der der Versender der rätselhaften Zeilen gewesen sein konnte. Außer einigen Wachleuten am Burgtor und am Eingang des Wohnturmes, die ihnen höflich, aber schweigend den Weg gewiesen hatten, war tatsächlich noch niemand in Erscheinung getreten. Desto unheimlicher war es, als nun eine tiefe Stimme zu sprechen begann und ihre Worte in der Halle erschallten.

»Seid gegrüßt, ihr Zauberer und Hexenweiber, willkommen auf Caer Myrdinn!«

Die Menge war nun gänzlich verstummt und viele Blicke wanderten neugierig durch den Saal, um zu ergründen, woher diese Stimme kam. Als sie weiter sprach, schien sie geradewegs aus den Wänden zu kommen.

»Wie ich sehe, seid Ihr alle meiner Einladung gefolgt, ich danke Euch dafür. Denn unter Euch sind diejenigen, in deren Händen die Zukunft der Zauberwelt liegt, Eurer Welt. Ich werde Euch prüfen, solange bis ich die vier unter Euch gefunden habe, die die Richtigen sind. Nur vier von Euch werden es sein, aber sie sind mitten unter Euch, und seid gewiss, ich werde sie finden. Keines Eurer Talente wird verborgen bleiben, aber auch keine Eurer Schwächen. Wohlan, lasst uns nun beginnen! Sogleich werden Eure Namen erscheinen, einer folgt dem nächsten, Ihr werdet sie sehen. Erkennt Ihr Euren Namen, so tretet ein durch die Tür zur Rechten in den Rittersaal. Stellt Euch dort der Prüfung. Und seid gewiss, sie wird nicht leicht!. Doch gebt Euer Bestes, beweist Euer Talent, denn Euer Name kann von Bedeutung sein, wird er richtig eingesetzt und die Zauberwelt braucht Euch. Nun lasst es beginnen, Euch ein gutes Gelingen!«

Die Menge hatte atemlos der langen Rede gelauscht und kaum, dass die Stimme geendet hatte, erhob sich ein aufgeregtes Flüstern unter den Anwesenden. Zu mystisch und unheimlich, zu mysteriös schien dies, um unkommentiert zu bleiben. Denn wer war der körperlose Sprecher?
Eine leichte Unruhe erfasste die Halle, dann urplötzlich ein leiser Knall und augenblicklich wurde es wieder totenstill unter den Zauberern und Hexen. Hoch oben in der Luft über ihren Köpfen waren smaragdgrüne Buchstaben erschienen, die wie von Geisterhand in die Luft geschrieben wurden und sich allmählich zu einem Namen formten: »Alessandra Ancestor«
Eine braunhaarige junge Hexe im grünen Leinenkleid machte große Augen, drängte sich dann durch die Menge und verschwand schließlich hinter der Tür zum Rittersaal.
Ihr Name in der Luft verpuffte in einer grünen Rauchwolke und sogleich wurde der nächste Name in die Luft geschrieben: »Beatrice Bachelor«
Die nächste Hexe verschwand im Rittersaal. »Bruno Bossily«, »Connor Camden«, »Dorkas Douglas« und etliche andere folgten, einer nach dem anderen.

Jedem, der den Rittersaal betrat, bot sich das gleiche Bild. Ein Raum von enormer Größe, fünfzig Schritt Länge und fünfundzwanzig Schritt Breite hatte er. Vier mächtige Säulen trugen die Balkendecke. Die Wände waren zur Hälfte holzvertäfelt, den oberen Teil verzierten keltische Malereien; der Holzboden war in einem Hell-Dunkel-Spiel schachbrettartig verlegt. Zwei Kamine sorgten auch hier für wohlige Wärme, die Fenster waren ebenfalls mit Fellen verhüllt, um die kalten Wintertemperaturen abzuhalten. In der Mitte des Raumes stand ein langer Tisch, vor jeder Längsseite eine hölzerne Bank, auf die sich schon die ersten Prüflinge niedergelassen hatten. Auf dem Tisch befanden sich vor jedem Platz eine Feder, ein Tintenfass und ein Pergament, welches von allen sogleich in Augenschein genommen wurde. Dies sollte anscheinend die erste Prüfung sein, seltsam daran war aber, dass die Pergamentrollen allesamt leer waren.
Eine Hexe am äußeren Ende des Tisches warf unsichere Blicke zu den anderen, ein Zauberer gegenüber hatte das Pergament in die Hand genommen, und drehte es prüfend nach allen Seiten.
Nur wenige der Prüflinge kamen sofort auf die richtige Lösung, dabei war es eigentlich ganz einfach, denn man musste lediglich die Feder ins Tintenfässchen tauchen und seinen Namen auf das Pergament schreiben.
»…Euer Name kann von Bedeutung sein, wird er richtig eingesetzt…«, waren die hilfreichen Worte gewesen, die darauf hingewiesen hatten. Wer diesen Rat aus eigenen Überlegungen beherzigt und seinen Namen geschrieben hatte, der war unter denjenigen, die die erste Prüfung bestanden hatten und mit der zweiten fortfahren durften. Denn kaum war der Name geschrieben, so schien es, als würden die Buchstaben in das Pergament hinein gesogen. Aber es dauerte nicht lange, und andere Buchstaben, andere Worte erschienen.

»Werter Freund, werte Freundin,
Euer Geist ist mächtig, Euer Verstand klar, denn der Hinweis wurde erkannt.
Doch seid Ihr fähig, auch meinen Fragen Rede und Antwort zu stehen?
Habt Ihr den Mut?«

Natürlich lautete jede Antwort auf diese Frage gleich, denn jeder und jede, dem sie gestellt wurde, beugte sich sogleich wieder über das Pergament, tauchte die Feder in die Tinte und schrieb»JA«. Gleich darauf erschien ein Fragebogen und während diejenigen, die das erste Rätsel nicht alleine hatten lösen können, den Raum verließen (freilich ohne zu wissen, dass sie längst aus den Reihen der Infragekommenden gestrichen waren), widmeten sich die anderen den Aufgaben. Viele Fragen zu wirklich alten Zaubern gab es zu beantworten und nur diejenigen, deren Eltern und Großeltern noch Wert auf die Übermittlung alter magischer Traditionen und die Lehre von Sprüchen gelegt hatten und sich nicht von der Hetzjagd der Muggel hatten abschrecken lassen, konnten die Antworten niederschreiben. Aber es galt nicht nur Wissen zu beweisen, denn einige Fragen waren mit Intelligenz allein nicht zu lösen. Stattdessen sollte hier die Ehrlichkeit und der Mut eines jeden getestet werden. Und wer von ihnen die Fragen nicht mit reinem Gewissen beantwortete, war unter denen, die bald darauf die Feder niederlegten und den Raum verließen. Allen anderen wurde, sobald die letzte Antwort auf das Pergament geschrieben war, eine weitere Botschaft überbracht. Denn wieder erschienen Buchstaben auf dem Pergament.

»Dies waren der Prüfungen gar zwei, mein Freund, Ihr habt sie gelöst.
Doch die schwerste, die dritte und letzte der Prüfungen kommt sogleich und wird zeigen, wie fähig Ihr seid, wie Ihr es aussehen lasst.
Seid Ihr mutig genug, Euch einer letzten gar grausigen Prüfung zu stellen?
So folgt den Stufen hinauf, hinauf in die Kemenate.
Öffnet die Tür, doch seid gewarnt, man erwartet Euch!«

Und auch wenn diese Botschaft über die letzte Prüfung wirklich unheimlich schien und fast alle der verbliebenen Prüflinge, kaum mehr als 20 Zauberer und Hexen, ihren ganzen Mut zusammen nehmen mussten, so stieg doch jeder von ihnen allein, einer nach dem anderen, die steilen Stufen ins Obergeschoss hinauf, bis zu der Tür, die man ihnen genannt hatte. Das Herz klopfte allen bis zum Hals, als sie die Türe langsam aufschoben, die dabei leise in den Angeln quietschte und knarrte. Und jedem von ihnen stockte der Atem, als offensichtlich wurde, was dort wartete. Eine große Gestalt im schwarzen Kapuzenmantel stand mit dem Rücken zur Tür, ihr Atem ging rasselnd und eine eisige Kälte hatte sich im Raum ausgebreitet, die normalerweise selbst bei diesen Wintertemperaturen hier oben in der Kemenate nicht vorherrschen konnten. Mit der Kälte, die bis tief ins Innerste der Hexen und Zauberer drang, wich gleichzeitig auch jedes Glücksgefühl, jede Freunde, jede Hoffnung. Trostlosigkeit beschlich jeden, der dieser unmenschlichen Gestalt entgegentrat, und als sie sich umdrehte und ihr augenloses Gesicht die Prüflinge anblickte und sie mit einer schorfigen, verwesenden Gliedmaße, die einstmals eine Hand gewesen sein musste, heran winkte, da stand allen die Angst in die weit aufgerissenen Augen geschrieben. Nicht wenige waren dieser Aufgabe nicht gewachsen, eine Hexe fiel sofort mit einem stummen Schrei auf den Lippen ohnmächtig zu Boden, ein Zauberer, das Gesicht in Schrecken erstarrt, riss die Tür auf und floh panisch die Stiege herunter. Andere versuchten verzweifelt mit einem ausweglosen Zauber die Kreatur zu vernichten, doch die Kälte drang nur noch tiefer in ihre Herzen und erlahmte alle Reaktionen, so dass auch sie bald ohnmächtig zu Boden glitten. Nur der richtige Zauber konnte hier helfen, der Patronuszauber, denn nur wer alles Glück, alle Liebe die er besaß in seinem Herzen ballte und den Zauber damit losschickte, konnte die grauenerregende Kreatur besiegen.
»Expecto Patronum«, erschallte die Zauberformel im Raum, mal laut, mal leise, teils nur geflüstert. Doch nur wer es schaffte, dabei an den glücklichsten Moment seines Lebens zu denken, auch im Angesicht der drohenden Gefahr, dem gelang es, statt eines müden silbernen Rauchwölkchens, einen echten Zauber zustande zubringen.
»Expecto Patronum», »Ich erwarte den Schutzherrn«, ein Schutzherr in silberner Gestalt, der den bedrohlichen Angreifer in die Flucht schlug. Dort sah man einen mächtigen Löwen, der mutig auf den Kapuzenummantelten zusprang, dort eine Schlange die drohend zischend ihre Zähne zeigte. Ein Adler schlug wild mit den Flügeln, ein Dachs fauchte und zeigte die Krallen. Noch andere Gestalten schlugen das Grauen in die Flucht, und auch wenn ihre Erschaffer auch diesen Teil der Prüfung gemeistert hatten, so waren auch sie aus dem Rennen. Denn gesucht wurden nur vier, vier von unverwechselbarer Gestalt und jener, der sie alle zu sich gerufen hatte, hatte endlich die Richtigen gefunden.

Und als die letzten Hexen und Zauberer hinter den Bäumen des nahe liegenden Waldes verschwunden waren, und die Sterne ihnen den Weg leuchteten, da ahnten sie nicht, dass oben in der Kemenate ihnen jemand nachsah und lächelnd nickte: »Bald werden sie es erfahren.«


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Ungelesener BeitragVerfasst: 23. Januar 2006 15:46 
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Kapitel 3
Die Aufgabe


Der Vollmond leuchtete hell auf die kleine Waldlichtung in der Nähe von London und die kreisrunde Ansammlung von Steinen in deren Mitte glitzerte, als bestünde sie aus tausend Diamanten, statt aus einfachen Bruchsteinen. Die Wipfel der riesigen Tannen schwankten leicht im Wind und eine alte Eule auf ihrem nächtlichen Beuteflug, erhob sich flügelschlagend in die Nacht, als wäre sie von etwas aufgeschreckt worden.
Tatsächlich knackte es plötzlich im Unterholz, ein Gebüsch wackelte und ein junger Mann, vielleicht 25 Jahre alt, erschien dahinter und trat auf die mondbeschienene Lichtung. Er war groß gewachsen und wirkte recht muskulös, obwohl nicht viel von seinem Körper zu erkennen war unter dem langen Wollmantel den er trug, außer den breiten Schultern, die sich darunter abzeichneten. Unter seinem Mantel blitzten ein edles Gewand und der Knauf eines Schwertes hervor; zweifellos gehörte der junge Mann dem Stande der Ritter an. Besonders auffällig an ihm war jedoch nicht seine Bekleidung, sondern sein dunkelblondes Haar, das ihm, einer Löwenmähne gleich, bis auf die Schultern fiel und sein hübsches, doch männlich markantes Gesicht umrahmte.

Der junge Mann trat näher an den Steinkreis heran und blieb schließlich unschlüssig stehen. Es schien, als hätte er jemanden erwartet, der hier auf ihn warten würde, doch niemand war zu sehen. Er blickte sich mehrmals suchend um, bevor er sich dann auf einem der Bruchsteine niederließ. Gedankenverloren griff er in die Tasche seines wollenen Mantels und holte einen hölzernen Stab daraus hervor. Er ließ ihn ein paar Mal durch die Finger gleiten, wirbelte ihn herum und war so in sein Spiel vertieft, dass er erschrocken zusammenfuhr und fast den Stab fallen ließ, als es im Unterholz abermals laut wurde. Ein lautes Knacken von Ästen war zu hören, eine Schar Krähen erhob sich laut klagend in den nächtlichen Himmel und Schritte auf dem laubbedeckten Waldboden waren zu hören. Das Gebüsch, hinter dem schon der junge Mann hervorgekommen war und auf das dieser nun atemlos blickte, wackelte erneut, diesmal allerdings heftiger, bevor sich wiederum eine Gestalt dahinter hervor schob. Eine etwas korpulente Frau im einfachen Leinenkleid zwängte sich durch die Äste, schnaufte leicht und schob sich dann eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich unter dem großen Dreiecktuch, das die Frau um Kopf und Schultern geschlungen hatte, hervorverirrt hatte. Sie klopfte sich die Äste und Flechten aus dem Kleid, bevor sie aufsah und den jungen Mann erblickte, der mittlerweile aufgestanden war und sie beobachtete. Die Frau, sie mochte etwas älter sein als er, lächelte und trat auf ihn zu. Dann verneigte sie sich vor dem Ritter: »Herr, habt Ihr mich an diesen Platz gerufen? Ich stehe Euch zu Diensten!«
»Ich Euch gerufen? Nein, werte Dame«, antwortete der junge Mann erstaunt. »Ich dachte Ihr…? Seid etwa auch Ihr hierher gerufen worden?«
Die Frau hatte sich wieder erhoben und blickte den jungen Mann ebenfalls erstaunt an.
»Ja, auch ich habe eine Nachricht bekommen mich hier einzufinden. Ist denn niemand sonst hier, der uns gerufen hat?«
Der junge Mann schüttelte den Kopf, dann deutete er der Frau an, sich zu setzen und nahm selber wieder auf einem der Bruchsteine Platz. Auch die Frau ließ sich nieder und schob sich dann das Dreiecktuch vom Kopf, so dass es nur noch ihre Schultern umhüllte. Sie hatte vom Wandern heftig gerötete Wangen, so dass sie noch pausbäckiger erschienen, als sie ohnehin schon waren. Dunkelbraune Haarsträhnen, die sich aus dem Knoten am Hinterkopf gelöste hatten, fielen in ihr gutmütig wirkendes Gesicht, welches sie nun wieder dem jungen Mann zuwandte.
»Also seid auch Ihr einer von uns?«
Der junge Mann nickte und zog erneut den hölzernen Zauberstab hervor, welchen er beim Eintreffen der Frau schnell hatte verschwinden lassen.
»Godric Gryffindor aus dem Heideland«, stellte er sich vor. »Mit wem habe ich die Ehre? «
»Helga Hufflepuff aus dem sanften Tal mein Name«, antwortete ihm die Frau.
Gryffindor nickte. Dann fragte er: »Und auch Ihr, werte Helga, wurdet also hierher gerufen? Habt auch Ihr die erste Nachricht bekommen nach Caer Myrdinn zu gehen?«
»Oh ja«, nickte Helga. »Die erste Nachricht, die sich in Flammen aufgelöst hat, erhielt auch ich. Und ich habe mich sogleich auf den Weg nach Caer Myrdinn gemacht, denn weit ist mein Weg dorthin gewesen. Auch ihr müsst dort gewesen sein?«
»Gewiss war ich das. Und ich habe alle Prüfungen abgelegt, alle, sogar die letzte. Eine wahrhaft grausige Gestalt wartete auf mich in der oberen Kemenate«, erzählte Gryffindor mit stolz geschwellter Ritterbrust.
»Auch auf mich. Denn auch ich bin dort gewesen und habe mich der Prüfung erfolgreich gestellt«, berichtete Helga.
»Auch ihr? Ihr seid mir gar nicht aufgefallen«, antwortete Gryffindor verwirrt.
»Natürlich nicht«, lächelte Helga gutmütig. »Ein Mann aus Euren Kreisen wird wohl kaum auf ein Mädchen wie mich achten!« Mit diesen Worten strich sie ihre Leinenröcke glatt, die eindeutig bewiesen, dass sie aus dem Stande der Bauern stammte, und ein Ritter hatte generell für diese Leute nicht mal ein müdes Lächeln übrig.
Gryffindor senkte leicht beschämt den Kopf. »Und doch, tragen wir auch andere Kleider, unserer Herkunft nach sind wir alle gleich. Es ist doch nur Muggeltradition, wie sich die Stände verhalten. Doch kenne ich es kaum anders, wuchs ich doch schon als Sohn eines Zauberers in Rittergewändern auf. … Sagt, wann kam die zweite Nachricht, die, Euch hier einzufinden? Von wem kam sie?«
»Ich weiß es nicht«, bedauerte Helga. »Ganz plötzlich, eines Morgens, kaum eine Woche ist es her, kam eine weiße Eule, ein Pergament an ihrem Bein. Und darauf wieder rätselhafte Zeilen, wie schon vor 4 Monaten.«
»Genau wie bei mir«, berichtete Gryffindor.
»Also wisst auch Ihr nicht, von wem diese Nachricht stammt?«, fragte Helga.
»Nein«, schüttelte Gryffindor den Kopf. »Wer nur könnte Interesse haben, vier Zauberer und Hexen zu finden? Wer sendet rätselhafte Nachrichten? Wer…«
»Wer ist mächtig genug dazu, dass ist hier wohl die Frage«, wurde er von einer Stimme aus dem Hintergrund unterbrochen. Gryffindor fuhr herum und auch Helga wandte sich leicht erschrocken nach hinten. Unbemerkt von beiden hatte sich ein junges Mädchen, kaum 19 Jahre alt, auf der Lichtung eingefunden und stand nun mit breitem Lächeln hinter Gryffindor. Sie trug einen Mantel mit Kapuze und darunter eindeutig die Tracht einer Ordensschwester. Ein Schwall hellblonder Locken fiel ihr den Rücken herunter und während Gryffindor aufgesprungen war und sich vor ihr verbeugte und ihr seine Hand reichte, zeichnete sich ein leicht spöttisches Lächeln auf ihrem bildschönen Gesicht ab.
»Sagtet Ihr nicht gerade, es wäre gleich, aus welchem Stande man kommt, da wir doch alle gleich sind? Begrüßt ihr jede Dame so, oder nur die Geistlichkeit?«, fragte sie mit koketten Grinsen und nahm die ihr angebotene Hand an. Gryffindor errötete leicht, er schien von der Schönheit der jungen Frau bezaubert, und half ihr dann sich ebenfalls auf den Steinen niederzulassen.
Helga unterdessen schmunzelte. »Ihr habt gelauscht, mein Fräulein! Sagt uns, mit wem haben wir die Ehre?«
»Rowena Ravenclaw, Betschwester aus dem Orden der Benediktiner. Doch dies nur augenscheinlich. Tatsächlich bin ich eine von Euch, doch dass ich dies weiß, grenzt schon fast selber an Zauberei. Denn meine Eltern gaben mich vor vielen Jahren in ein Kloster in den Bergen, zu ärmlich waren ihre Verhältnisse, als dass sie alle Kinder durchbringen konnten. Dabei vergaßen sie, was sie sind, denn dies hätte uns aus der Not geholfen und mich vor einem Leben als Betschwester bewahrt. Doch es scheint, als sei mir ein bisschen Glück hold gewesen, denn im Kloster nahm sich sogleich eine Oberin meiner an. Sie hat meine wahre Berufung erkannt und gefördert, war sie doch selber eine von uns«, erklärte die junge Frau.
Gryffindor ließ sie nicht aus den Augen. »Also ward auch Ihr mächtig genug, dem grausigen Wesen entgegenzutreten? Ihr müsst eine begabte Hexe sein«, lobte er sie.
Rowena lächelte abermals, sie schien sich ihrer Wirkung durchaus bewusst zu sein, wirkte dennoch nicht überheblich oder arrogant. Stattdessen hatte sie etwas spitzbübisches, sehr jugendhaftes an sich, dass so gar nicht, zu den strengen Gewändern einer Ordensschwester passen wollte.
Spitzbübisch schien auch ihre Antwort an Gryffindor. »Mir scheint, als sei ich der Auserwählten Nummer drei. Fehlt nur noch der Vierte.«
»Tatsächlich«, nickte dieser. »Vier wurden gesucht, so waren die Worte, wir drei sind unter den Auserwählten. Ihr, Rowena, und ich, … und Helga.«
»Sagt, Rowena, ihr spracht davon, wer mächtig genug sei, nur der könne der Versender der Nachrichten sein. An wen denkt Ihr?«, mischte sich Helga in Gryffindors Geplänkel ein. Rowena wurde ernst, als sie antwortete: »Ja, es scheint wirklich so, es muss ein wahrlich mächtiger Zauberer sein, der dies zustande bringen konnte. Erinnert Euch an die Buchstaben in der Luft auf Caer Myrdinn. Und die Fragen. Nur wer die Zauber selber kennt, kann auch Fragen zu ihnen stellen. Wer in unseren Zeiten ist so mächtig?«
Sie unterbrach sich, denn zum vierten Mal in dieser Nacht wurde die Stille des Waldes durch ein Rascheln und Knacken unterbrochen. Alle drei wandten ihre Köpfe und starrten auf das Gebüsch, hinter dem ein schlanker Mann hervortrat. Er war gekleidet wie ein Bürgerlicher, fast gänzlich in schwarz. In der linken Hand hielt er einen Wanderstock, in der rechten einen Zauberstab kampfbereit erhoben, den er aber sogleich wieder sinken ließ, als er die drei Gestalten in der Mitte der Lichtung erblickte und auf die er nun zuschritt. Obwohl er kaum älter als Godric Gryffindor schien, waren sein Haar und auch sein Spitzbart, der sein Kinn bedeckte, silberweiß. Beim Näher kommen konnte man auch sein Gesicht erkennen, das ein wenig affenartig erschien und dem Mann einen etwas seltsamen Ausdruck verlieh. Bei den anderen, die sich mittlerweile erhoben hatten, angekommen, verbeugte er sich und sagte dann mit einer leisen, eigentümlich klingenden Stimme: »Salazar Slytherin aus den Sümpfen. Mir scheint ich bin der Vierte im Bunde.«
Die drei nickten und Helga bot Slytherin an, sich neben sie zu setzen. Auch er wusste nicht, von wem die Einladungen gekommen waren, wie er berichtete, und dass auch er, wie die drei anderen, eine Nachricht per Eule erhalten und sich gleich auf den Weg hierher gemacht hatte. Sein Weg war lang und mühsam gewesen, denn ein Bürgerlicher war selten auf Wanderschaft zu sehen und viele Muggel waren ihm argwöhnisch gegenübergetreten und niemand hatte ihm in der Nacht Unterschlupf gewährt.

Nach Slytherins Bericht saßen sie eine Weile stumm auf den Steinen, einträchtig im Kreis, alle mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, bis ein leises >Plopp< sie aufschreckte. Urplötzlich waren sie nicht mehr nur zu viert, sondern eine fünfte Person war wie aus dem Nichts in der Mitte des Steinkreises erschienen. Die vier Zauberer und Hexen waren nicht im Stande sich zu rühren, sie blieben schreckensstarr sitzen und starrten atemlos auf den soeben Erschienenen. Er war sehr groß und trug eine blauschimmernde Robe, die über und über mit goldenen Sternen und Monden bestickt war und in der Taille von einem goldenen Gürtel zusammengehalten wurde. Auch sein Hut war aus dem gleichen blauschimmernden und mit Sternen verzierten Stoff gefertigt. Über der Robe trug der Mann einen violetten Überwurf, der die Ärmel freiließ und bis fast zum Boden reichte. In der Hand hielt er einen goldenen Stab, an dessen Spitze sich eine goldene Verzierung schlängelte, und auf den der Mann sich mühsam stütze, als er auf einen der Steine im Kreis zuschritt, um sich darauf niederzulassen. Noch immer starrten die vier ihn regungslos an, denn keiner traute sich auch nur ein Wort zu sprechen. Der Fremde hielt den Kopf gesenkt, so dass von seinem Gesicht, welches halb verdeckt wurde durch den Hut, nichts zu erkennen war, außer dem langen weißen Bart und den weißen Haaren, die unter der Hutkrempe hervorschauten.
»Nun meine Freunde, wollt Ihr mich nicht begrüßen?«, sprach er die vier mit einer warmen dunklen Stimme an.
Rowena fand als erste ihre Worte wieder. »Verzeiht, Herr, dass wir schweigen. Doch die Angst raubt uns unsere Worte. Habt Ihr uns hierher gerufen? Herr, wer seid Ihr, gebt Euch zu erkennen.«
Der Zauberer lachte leise und hob dann den Kopf, so dass man sein altes runzeliges Gesicht erkennen konnte und die stahlblauen Augen, die jeden in der Runde gutmütig musterten. »Habt Ihr mich denn immer noch nicht erkannt?«
»Herr«, getraute sich Gryffindor zu sagen. »Zunächst glaubte ich, Ihr seid Merlin. Merlin der Große Zauberer. Und auch jetzt, Euer Gesicht… Doch verzeiht, das kann nicht sein.«
»Warum, edler Gryffindor, kann dies nicht sein?«, fragte der Fremde freundlich. Godric Gryffindor schüttelte stumm den Kopf, zu keiner Antwort im Stande. Helga war es, die für ihn antwortete. »Herr, Merlin, der große und mächtige Zauberer, lebte vor fast 400 Jahren, er würde unsterblich sein, wäre er heute noch am Leben.«
Der Fremde schüttelte bedächtig den Kopf:»Nein, meine Liebe, das bin ich leider nicht. Auch meine Zeit wird kommen, und ich spüre sie ist nah. Doch du hast Recht, mehr als 400 Jahre sind vergangen seit mein Leben begann und bald wird es enden.«
Gryffindor zog hörbar die Luft ein, Helga starrte den Zauberer mit großen Augen an und Rowena hauchte: »Dann seid Ihr tatsächlich Merlin, der große Zauberer?«
Dieser nickte: »Ja, der bin ich. Als Myrddin, Sohn des Movryn wurde ich geboren. Als Merlin, der Druide, der Weise, als Seher und als Berater Arthurs bin ich bekannt.«
Gryffindor und die beiden Frauen bedachten den großen Zauberer mit ehrfurchtsvollem Blick. Allein Slytherin verzog keine Miene und verschränkte die Arme vor der Brust, als er Merlin ansprach: »Herr, verzeiht diese Frage, doch wie könnt Ihr Merlin sein, wenn dieser längst tot ist? Denn wie man hörte, fiel Merlin einer seiner Schülerinnen zum Opfer. Er verliebte sich heftig in Vivien, das Fräulein vom See. Doch bald wurde sie ihm überdrüssig, sagt man, und sie lockte ihn durch verführerische Worte in den Bann seines eigenen Zaubers, den er ihr beigebracht hatte und sie sperrte ihn unter einem großen Stein in der Felsenschlucht am HartFell, wo er ein schmachvolles Ende fand.«
»Schön habt Ihr erzählt, werter Slytherin, schön nachgeplappert die alten Sagen, wie ein Narr! Denkt Ihr tatsächlich ich sei töricht genug mich von einer Frau besiegen zu lassen? Ihr habt Recht, wenn Ihr sprecht, dass sie mich in Ihren Bann zog. Vivien war von atemberaubender Schönheit. Und damit schaffte sie es mich zu überlisten. Ich war viele Jahre gefangen, doch seht, ich bin mächtig, mächtiger als alle Zauberer die nach mir kommen. Auch mächtiger als Ihr, Slytherin! Und ich habe mich befreit aus dem Bann, und hier bin ich nun.«
Slytherin hatte beschämt den Kopf gesenkt, aber seine Augen funkelten wütend, hatte Merlin ihn doch als Narr bezeichnet!
Rowena spürte die unterdrückte Wut des anderen und lenkte schnell vom Thema ab, indem sie Merlin fragte: »Sagt, großer Druide, warum habt Ihr uns gerufen? Euer Aufruf schien dringend, was sollen wir für Euch tun?«
Merlin seufzte leise und stütze sich erneut auf den Stab, bevor er antwortete: »Nicht für mich sollt Ihr es tun, sondern für Euch selbst und für alle Eurer Art. Seht, die Zeiten werden immer schlechter, die Muggel verfolgen alle Magie, ja, sie verfolgen und töten sogar unschuldige ihrer Art! Doch Ihr, die Magischen dieser Welt, zieht Euch zurück, versteckt Euch. Macht Euch mehr und mehr den Muggeln gleich. Die alten Zauber geraten in Vergessenheit. Und geht es so weiter, wird die Zauberwelt und alles Magische mit ihr vernichtet werden. Dem muss Einhalt geboten werden. Ich bin alt, meine Tage sind gezählt, auch wenn ich ein mächtiger Zauberer bin. Das Leben dauert nicht ewig, auch nicht für mich. Also schickte ich aus, nach Zauberern zu suchen, die noch etwas Magie in sich haben, die noch nicht vergessen haben und die gelehrt wurden, was es heißt zu zaubern. Und Euch wählte ich aus. Ihr seid die besten, Ihr seid die einzigen die fähig dazu sind. Nur Ihr vier gemeinsam.«

Stille herrschte nach dieser langen Rede des Zauberers, bevor es erneut Rowena war, die als erste wieder das Wort ergriff: »Sagt, wodurch zeichnen wir uns aus, warum gerade wir vier? Was ist besonders an uns?«
Der alte Merlin lächelte und stand mühsam auf.
»Seht her!«, rief er und hob beide Hände gen Himmel. Mit der rechten schwang er den Zauberstab und vor dem im Morgen ergrauten Himmel erhob sich eine farbige Gestalt aus der Spitze seines Zauberstabes. Es war ein Drache in den Farben rot, gelb, grün und blau, der Feuer speiend in einen Regenbogen überging. In der Luft formten sich zudem Worte in schnörkeliger schwarzer Schrift:

<center>Draco dormiens numquam titillandus!</center>
Die vier Zauberer und Hexen blickten leicht geblendet auf das schöne Tier, das hoch über Merlin schwebte. Doch sie verstanden noch immer nicht, was dies sollte. Was bedeutete der Spruch, was hatte eine Drache mit ihnen zu tun?
Merlin erkannte die Verwirrung in ihren Augen und seufzte erneut: »Erkennt Ihr Euch nicht? Habt Ihr es noch immer nicht verstanden? Seht genau her, betrachtet den Drachen gut«, forderte er die vier auf. Und sie alle blickten erneut auf den Drachen, der jetzt tiefer gesunken und besser zu erkennen war.
Und dann sahen sie es: Godric Gryffindor sah das Löwenhaupt, Helga Hufflepuff erkannte die Dachskrallen, Rowena Ravenclaw sah die Adlerflügel schlagen und Salazar Slytherin beobachtete, wie sich der Schlangenschwanz aus Merlins Zauberstab schlängelte. Löwe, Dachs, Adler und Schlange, ihre Patroni bildeten den Drachen der alten keltischen Vorstellung. Sie vier vereinigt bildeten einen Drachen, einen Drachen, der stark sein konnte, der mächtig genug war und von jedem als Gegner gefürchtet wurde. Wecke nie den schlafenden Drachen, denn zu viert waren sie mächtig!

Merlin lächelte, als er das Verständnis in den Augen der vier erblickte. Er schwang den Zauberstab erneut und der Drache verblasste allmählich, während sich der alte Zauberer niederließ. Rowenas Augen glänzten, Gryffindor schien mit den Gedanken in weiter Ferne, Helga lächelte leicht vor sich hin und auch Slytherin schien beeindruckt. Er blickte Merlin fragend an: »Und was, großer Merlin, wünscht Ihr von uns zu tun?«
Auf diese Frage schien dieser gewartet zu haben, denn er straffte sich, stützte sich erneut auf den Stab und begann zu sprechen: »Eure Aufgabe wird es sein, den Verfall der Zauberwelt aufzuhalten. Die magische Welt soll nicht vergessen werden, junge Zauberer müssen an ihre Herkunft erinnert werden. Sie müssen ausgebildet werden starke und mächtige, fähige und weise Zauberer zu werden. Dies wird Eure Aufgabe sein. Nicht mehr und nicht weniger. Erschafft eine Schule, lehrt dort alle jungen Hexen und Zauberer, was auch Ihr einst gelernt habt. Bildet sie aus, nehmt sie nach ihrem 10. Sommer bei Euch auf und unterrichtet sie 7 Jahre lang, bis sie alles beherrschen, was ein Zauberer und eine Hexe lernen muss. Gemeinsam werdet Ihr mächtig sein, ich sehe eine große Zukunft Eurer Schule. Doch nur wenn Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin zusammen arbeiten, werdet Ihr und Eure Schule gegen alle Feinde erfolgreich bestehen werden. «
Verblüfft hatten die vier Merlins Rede gelauscht. Eine Schule gründen? Junge Zauberer und Hexen ausbilden? Auch wenn Schulen zu diesen Zeiten noch ungewöhnlich und nur für Privilegierte zugängig waren, der Gedanke schien den Vieren mehr und mehr zu gefallen. Denn waren die Magischen nicht auf ihre Art privilegiert? Eine Schule würde dem Verfall tatsächlich Abhilfe schaffen, dass war ihnen klar und noch ehe sie den Gedanken zu Ende gedacht hatten, stand schon fest, dass sie ihre Aufgabe annehmen würden.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 25. Januar 2006 11:12 
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Hey Miamaria,

Ich fand das Thema deiner Geschichte so ungewöhnlich und interessant, dass ich gleich mal reingelesen habe und ich muss sagen: Ich bin begeistert! So oder wenigstens so ähnlich könnte es tatsächlich gewesen sein.

Erst einmal gefällt mir dein Schreibstil. Deine Geschichte lässt sich sehr gut lesen, obwohl du dich ja erfolgreich bemüht hast, ein wenig in altertümlichem "Slang" zu schreiben. Dabei hast du jetzt aber nicht übertrieben oder allzu geschwollen daher geschrieben, sondern bist immer auf dem Teppich geblieben. Gerade richtig eben. Hi und da bin ich mir nicht sicher, ob man vor 1000 Jahren wirklich schon den ein oder anderen Ausdruck gebraucht, aber das ist auch nicht so wichtig. Z.B. hätte man damals eher vor "7 Tagen" als vor "1 Woche" oder statt wir "4 Monaten" eher "4 Monde" gesagt...aber wie gesagt, nur Kleinigkeiten ;)

Besonders originell fand ich die Art der Eignungsprüfung. Sie besteht aus drei Teilen, wie das Trimagische Tunier, drei, die magische, mysteriöse Zahl. Sehr gut überlegt. Außerdem decken die einzelnen Bereiche verschiedene Fähigkeiten ab: Clevernes, Wissen und Mut.
Ebenso hat mir gefallen, dass du beschrieben hast, wieso die Zauberer zu dieser zurückgezogen lebten und sich unter das nichtmagische Volk mischten, um nicht verfolgt zu werden. Das ist für mich alles so logisch und schlüssig, dass ich mich jetzt frage, wieso ich nicht selbst datrauaf gekommen bin... Und es erklärt auch sehr gut, warum Merlin plante, eine Schule zu gründen.
Gut fand ich auch, wie du erklärt hast, dass der Drache eben aus den vier Gründer- Tieren besteht, die gleichzietig ihre Patroni sind (was mit Sicherheit auch so war!)

Du scheinst ja eine Menge über die alten Sagen usw. zu wissen. Über Merlin, die damalige Vorstellung eines Drachen usw. Das gefällt mir! Man sollte immer Spezialist auf dem Gebiet sein, über das man schreibt ;)

Also- alles in allem eine schöne, runde Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat! ;)

LG Tröti


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Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Januar 2006 12:52 
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Danke für das Lob!
Auf diese Formulierungen werde ich mal schauen, du hast natürlich Recht, das klingt viel besser und ich werde das zu gegebener Zeit editieren!

... Die FF geht aber noch weiter...
Das mit der mittelalterlichen Sprache war gar nicht so einfach bzw. ziemlich anstrengend zu schreiben. Deshalb wird die Sprache in den nächsten Kapiteln auch moderner... ich hoffe ich hab das innerhalb der FF einigermaßen elegant erklärt, warum, wieso! ;)

So, aber jetzt gehts wirklich weiter...


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Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Januar 2006 12:54 
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Kapitel 4
Große Pläne


Im Wirtshaus Zum Tropfenden Kessel war zu dieser Stunde nicht viel los. Überhaupt war der Wirt froh darüber, wenn sich gelegentlich ein Gast zu ihm hineinverirrte und nicht direkt durch die Hintertür wieder nach draußen verschwand. Der Tropfende Kessel war das einzige noch existierende Gasthaus, das von einem Zauberer und, das war das besondere, für Zauberer und Hexen betrieben wurde. Das lag aber nicht daran, dass es hier so viele Gäste gab, sondern das Haus verdankte einzig und allein sein Bestehen der Tatsache, dass direkt dahinter, im Hinterhof, das magische Tor zur Winkelgasse versteckt lag. Die Winkelgasse, die auch schon bessere Zeiten als diese erlebt hatte, galt mittlerweile als einziger Ort, wo man noch magische Gegenstände, fliegende Besen oder Zauberstäbe etwa, erhalten konnte. Und auch wenn sich nur noch wenige Zauberer und Hexen hierher trauten, so kamen doch wenigstens welche, die bewiesen, dass es irgendwo noch Magie gab.

Auch Helga, Rowena, Gryffindor und Slytherin hatte es in den Tropfenden Kessel gezogen, nachdem sie im Wald erwacht waren. Von Merlin war nichts mehr zu sehen gewesen und sie wussten nicht, wann er verschwunden war und wann sie der Schlaf übermannt hatte. Auch wenn der Kalender Mai zeigte, waren die Nächte noch erstaunlich kühl und alle vier freuten sich ins Warme zu kommen. Zudem mussten die nächtlichen Ereignisse, die allen fast wie Traumbilder erschienen, beredet und, was das wichtigste war, ihre neue Aufgabe besprochen werden.
Auf dem Fußmarsch aus dem Wäldchen am Rande der Stadt bis hierher, hatten sich die vier bereits eifrig unterhalten. Es schien, als würden sie sich schon ewig kennen, so eng hatten sie die Erlebnisse zusammenführt. Längst war man zum unkonventionellen und freundschaftlichen »Du« übergegangen, auch wenn sich das weder für einen Ritter, noch für eine Ordensschwester schickte. Aber man hatte beschlossen, von nun an alle Muggeltraditionen hinter sich zulassen und so war mit der höflichen Etikette auch bald die Muggelkleidung den Magischen zum Opfer gefallen. Zwar trug Gryffindor noch immer sein Schwert bei sich, von dem er sich nicht hatte trennen können, aber er hatte die edlen Ritter-Gewänder abgelegt und trug nun eine blaue Robe, darüber einen roten Überwurf mit goldenen Nähten. Passend dazu hatte er sich bei einem Schneiderer in der Winkelgasse einen Zaubererhut, wie auch Merlin ihn trug, anfertigen lassen. Helga hatte sich von der einfachen Bauersfrau in eine hübsche Hexe verwandelt, die in einer dunklen Robe steckte, die bis zur Taille als Mieder geschnürt wurde. Um die Schultern trug sie einen gelben Umhang, der vorne mit einer edlen Spange gehalten wurde und hervorragend zu ihren braunen Haaren passte, die zu einer eleganten Frisur hochgesteckt waren. Rowena war die erste gewesen, die sich von ihrer Muggelkleidung getrennt hatte, die Ordenstracht sei weder bequem, noch besonders schick, hatte sie berichtet, bevor sie in einer blauseidenen Robe mit Puffärmeln und kupferfarbenen Stickereien vor den anderen stand. Das Haar fiel ihr noch immer lockig den Rücken herab, einige Spangen hielten es locker aus dem Gesicht. Slytherins Kleidung bestand nun nicht mehr ausschließlich aus schwarz, nur noch der Kapuzenumhang war dunkel gehalten. Darunter trug er eine grüne Robe mit einem feinen Gürtel, seine silbernen Haare glänzten edel dazu.

Vier durch und durch magische Personen waren sie geworden, die alle Muggeltradition hinter sich gelassen hatten. Einträchtig saßen sie nun um einen großen Tisch im Tropfenden Kessel, hatten dampfende Tassen mit einem Kräuteraufguss vor sich stehen und beratschlagten miteinander.
Gryffindor wollte am liebsten auf der Stelle loslegen, aber Helga gab zu bedenken, dass zunächst erst ein geeigneter, gut versteckter Platz für die Schule gefunden werden musste. Die Idee, die Schule in London zu errichten, wurde schnell wieder verworfen. Zu gefährlich schien es, hier ein Gebäude neu zu errichten, ohne verdächtigt zu werden. Außerdem, und darüber waren sie sich einig, sollte es nicht nur bei dem Gebäude bleiben, auch Ländereien sollten zu der Schule gehören, wo man den Schülern etwa das Fliegen auf Besen beibringen konnte.
Doch wo lag der richtige Ort für ihre Schule? Die vier seufzten bei dem Gedanken an die langen Fußwege die ihnen bevorstanden, bis sie irgendwann eine geeignete Stelle gefunden haben würden, denn per Besen zu reisen war einfach zu gefährlich, selbst bei Nacht konnte man leicht entdeckt werden. Sie beratschlagten hin und her, kamen aber zu keinem rechten Ergebnis, bis sie ein Gespräch des Gastwirtes mit einem Reisenden belauschten. Der Wirt berichtete über einen alten Zauberer in der Winkelgasse, der fähig dazu war, urplötzlich im Nichts zu verschwinden und in derselben Sekunde an einem anderen Ort wieder aufzutauchen. Die vier sahen sich an. Das war ihre Lösung! Schnell und einfach von einem Ort zum anderen reisen, so würde es gehen.

Der alte Zauberer in der Winkelgasse war zwar nicht leicht zu finden gewesen, aber nach längerer Suche hatten die vier ihn doch gefunden und bald überredet, ihnen das Apparieren, wie er das Verschwinden nannte, zu lehren. Das dies schwieriger war, als sie angenommen hatten, stellte sich bald heraus, aber nach drei Tagen intensiven Trainings nickte der alte Zauberer bedächtig und erklärte, sie hätten die Apparierprüfung bestanden. Das erleichterte nun alles.
Denn jeder von ihnen hatte den Wunsch noch einmal nach Hause zurückzukehren, bevor man sich an die gestellte Aufgabe machen wollte. Sie wollten ihren Familien berichten was geschehen war, persönliche Gegenstände abholen, sich von Freunden verabschieden und dann ein neues Leben beginnen. So beschlossen sie, dass jeder zunächst nach Hause reisen würde und sie sich nach 12 Tagen, am ersten Tag des Monates Juni, wieder in London treffen wollten, um die Aufgabe anzugehen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 27. Januar 2006 12:59 
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Kapitel 5
Die Schule


Helles Sonnenlicht flutete durch die schottische Bergwelt und spiegelte sich auf der Oberfläche des Schwarzen Sees. Auf einem oberhalb gelegen Berg standen die kläglichen Reste einer verfallenen Burganlage, die Mauern waren stark verwüstet und von einem letzten Turm ragte nur noch ein abbröckelnder Rest in den Himmel. Genau vor diesem Turm standen vier Personen.
Es war der 1. Juni und Godric Gryffindor, Helga Hufflepuff, Rowena Ravenclaw und Salazar Slytherin hatten sich hier eingefunden. Nachdem alle bei ihren Familien gewesen waren und Zeit genug gehabt hatten, alle persönlichen Angelegenheiten zu regeln, hatten sie sich ursprünglich in London treffen wollen. Am Vorabend des 1. Juni aber war eine Eule bei Gryffindor und den beiden Frauen angekommen, in denen Slytherin ihnen mitteilte, dass er den perfekten Platz für eine Schule gefunden habe, und dass sie sich dort treffen sollten.

Rowena hatte die Hände in die Hüften gestemmt und sah den triumphierend umherblickenden Slytherin mit hochgezogenen Augenbrauen an. »Das,«, fragte sie leicht spöttisch, »soll unsere Schule sein? DAS hier?!« Sie schüttelte ungläubig den Kopf. Auch Gryffindor zog ein zweifelndes Gesicht und machte keinen begeisterten Eindruck. Helga versuchte vorsichtig in Worte zu fassen, was sie alle dachten: »Salazar, sei nicht böse, aber, nun ja, diese Burg ist schon recht verfallen, sie ist in Wirklichkeit eigentlich schon unbewohnbar.«
»Nicht mal ein Muggel würde so ein Gebäude länger als nur einen Wimpernschlag beachten«, bemerkte Gryffindor.
»Und außerdem sind wir hier am Ende der Welt«, murrte Rowena unwillig und wandte sich schon fast zum Gehen. Hier eine Schule, was dachte sich dieser Slytherin eigentlich? Doch der hatte bei jedem vorgetragenen Gegenargument nur zustimmend genickt und sein Lächeln war jedes Mal breiter geworden. Jetzt schaute er mit freudestrahlenden Blick in die Runde und rief glücklich: »Ja, ja und ja! Genau das ist es doch! Versteht ihr nicht? Wir sind am Ende der Welt, hier fallen wir niemandem auf, ein perfekt versteckter Ort! Und sollte sich doch jemand hierher verirren, der würde nicht länger als einen Wimpernschlag auf die Schule achten! Und verfallen, ja, doch die Grundrisse stehen. Und wozu sind wir denn Zauberer, wir werden im Nu etwas neues, großartiges errichtet haben!«
Seine Augen glänzten vor Begeisterung und auch die anderen wurden langsam davon angesteckt. Die Idee war wirklich nicht schlecht, nein ausgezeichnet sogar, fanden Gryffindor und Helga. Rowena wollte sich jedoch nicht so schnell geschlagen geben und fand schnell eine Ungereimtheit.
»Schön und gut, aber erklär mir mal, wie das gehen soll. Wir bauen eine neue großartige Schule, aber man wird sie trotzdem nicht beachten?«
Slytherin stutze einen Moment, aber dann fiel ihm auch dazu schnell eine Lösung ein. »Wir werden die Schule natürlich so sehen, wie wir sie bauen. Aber die Muggel, die sich hierher verirren, werden immer nur die alte verfallene Ruine sehen! Wie findet ihr das? Und selbst wenn sie reingehen wollen, wir werden das Gebäude noch mit einem Zauber belegen, der ihnen etwas ganz wichtiges einfallen lässt, dass sie dringend erledigen müssen und sie von der Schule ablenkt!«
Jetzt war auch Rowena gänzlich überzeugt, hatte sie doch gerade für solche kleinen Scherze eine Menge übrig. Sie nickte begeistert und auch die anderen beiden stimmten Slytherins Vorschlägen zu. Dieser Platz schien wirklich wie für sie geschaffen. Auf dem Berg sollte das Schulgebäude entstehen, es würde hoch auf einem Felsen über dem Schwarzen See thronen. Auf der anderen Seite erstreckte sich eine große Fläche Land, die wie geschaffen dazu schien, einmal die Ländereien der Schule zu werden. Abgegrenzt wurde das Areal durch einen riesenhaften dunklen Wald, der wie eine Grenze wirkte und dem Gebiet Schutz bot.
Die vier Hexen und Zauberer hatten sich umgewandt und schauten auf das Land, das ihnen zu Füssen lag. Längst hatten sich Vorstellungen in ihren Köpfen gebildet, wie es hier bald aussehen könnte.

Voller Tatendrang machten sie sich sogleich ans Werk. Zuerst mussten die alten brüchigen Mauerreste entfernt werden, und die Steine verschwanden im Handumdrehen, so eifrig schwangen die vier ihre Zauberstäbe. Als nur noch die niedrigen Grundmauern standen, traten sie zusammen hinein und sahen sich prüfend um.
»Wie machen wir nun weiter mit unserer Schule?«, fragte Helga neugierig.
»Die Grundrisse bestehen, nun werden wir sie aufbauen!«, verkündete Slytherin. »Drei Stockwerke muss sie haben, bestimmt.«
»Drei? Warum nicht vier?«, rief Gryffindor dazwischen.
»Warum nicht sieben?«, übertrumpfte ihn Rowena und alle vier nickten sich grinsend zu. Sieben Stockwerke hoch, so sollte es sein! Nicht zu vergessen die Untergeschosse, zwei an der Zahl. Helga malte bereits eifrig mit dem Zauberstab in den Sand, um alles festzuhalten. Vier Türme, in jeder Himmelsrichtung einen, hatte die alte Burg gehabt und sollte auch die neue wieder bekommen. Gryffindor war das jedoch nicht genug.
»Mehr Türme, viel mehr Türme und Zinnen! Es soll stattlich aussehen, eindrucksvoll, prunkvoll!«, rief er und begann ebenfalls im Sand zu kritzeln.
Am Ende des Tages saßen sie alle erschöpft auf den Steinen der alten Burgmauer und betrachteten schweißgebadet den über und über bemalten und beschrieben Sand im Innenhof. Alle Entscheidungen waren gefällt, alle Flure, Korridore, Räume und Türme eingezeichnet, nun konnte der Bau beginnen.

Auch wenn die vier sich dabei auf ihre Zauberkräfte berufen konnten, so war es dennoch mühsam. So viele Zauber mussten gesprochen werden, oftmals waren sie nur zu viert in der Lage soviel Magie aufzubringen, dass der Bau voran ging. Abends fielen sie erschöpft in den Schlaf, wachten am nächsten Morgen aber wieder voller Elan auf und machten weiter. Und endlich, nur einen Monat nach Beginn, stand auf dem Felsen eine stattliche Burg, vielmehr ein Schloss, wie es die Welt zu dieser Zeit noch keines gesehen hatte.
Überglücklich standen die zwei Männer und zwei Frauen vor dem Bau. Dies war überwältigend, dies war ihr Werk. Sieben Stockwerke hoch, mit vier stattlichen großen Türmen und noch vielen kleineren und etlichen Zinnen dazu. Auch innen war alles fertig gestellt. Lange Korridore und Flure, Kerker, eine riesige gepflasterte Eingangshalle und noch eine Halle für feierliche Bankette dazu und eine gewaltige Marmortreppe, die in die verschiedenen Stockwerke führte. Im Kellergeschoss, direkt unter der Banketthalle war eine großartige Küche entstanden, zahlreiche Klassenzimmer und Aufenthaltsräume warteten auf die ersten Schüler. Im Südturm hatten sich schon einige Eulen eingenistet, so dass sie beschlossen hatten, hier eine Eulerei zu errichten, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, Nachrichten versenden zu können. Der Westturm, der höchste des gesamten Schlosses, würde sich hervorragend für nächtliche Sternendeutungen eignen. Im fünften Stockwerk hatten die Vier eine Bibliothek errichtet, die zwar bisher nur aus wenigen Büchern bestand, aber die sich rasch füllen würde, da waren sie sich sicher. Im gleichen Stockwerk befand sich hinter einem Paar Wasserspeiern ein Zimmer, in welches sie sich als Lehrer zur Beratung zurückziehen konnten. Zudem hatte sich jeder ein eigenes Klassenzimmer errichtet. Slytherin hatte Kristallfläschen, Kessel und etliche Zaubertrankzutaten in die Kerker geschleppt und sich dort ein eindrucksvolles Zimmer für den Zaubertrankunterricht, den er geben würde, erschaffen. Gryffindor hatte sich einen Raum im zweiten Stock eingerichtet und freute sich darauf, dort Verwandlungsunterricht zu geben. Rowena war in den vierten Stock gegangen und hatte zahlreiche Accessoires für den Zauberkunstunterricht mitgenommen. Allein Helga hatte sich kein Klassenzimmer eingerichtet, da sie Kräuterkunde unterrichten würde und dazu kein Klassenzimmer, sondern ein Gewächshaus brauchte. Dies sollte natürlich noch entstehen.
Wichtiger war aber momentan für alle, dass das Schloss vollendet war, den Ländereien würde man sich dann widmen. Jetzt jedoch standen sie im sanften Mondlicht vor ihrer Schule und betrachteten das imposante Gebäude aus glänzenden Augen. Wie stolz sie waren, so etwas Wunderbares und Einmaliges vollbracht zu haben.

Jeder von ihnen schlief in dieser Nacht mit dem Gefühl tiefster Zufriedenheit ein. Doch schliefen wirklich alle? War da nicht mehrmals ein Rascheln und Knacken in der Stille der Nacht zu hören? Aber am nächsten Morgen schien alles unverändert und normal, niemand war in seiner Nachtruhe von etwas gestört worden. Und die Gedanken daran waren schnell vergessen, als die Morgensonne das vollendete Schloss in helles Licht tauchte und wie aus einem Märchen dastehen ließ. Noch ein letztes Mal wollten sie gemeinsam einen Rundgang durch das Schloss machen, bevor sie sich den nächsten Aufgaben zuwenden würden. Gryffindor war es, der den anderen zurief, dass sie sich beeilen sollten. Er schien von einer übermütigen Unruhe erfasst und konnte es kaum erwarten, endlich durch das große Eichentor in die Schule einzutreten. So bemerkte er nicht das spitzbübische Grinsen auf Rowenas Gesicht. Doch auch die anderen schienen heute Morgen seltsam abwesen, jeder mit sich selbst beschäftigt, aber alle voller Eile endlich gemeinsam das Schloss zu besichtigen. Helga strahlte vor sich hin und sogar der äußerlich immer etwas ernst wirkende Slytherin summte leise ein Liedchen, als sie zur Schule hinauf stiegen. Gryffindor war der erste, der das Schlossportal erreichte und die schwere Türe öffnete. Noch während er dagegen drückte, verkündete er, dass sie ihren Rundgang in der Großen Halle, dem Bankettsaal, beginnen sollten. Er schob die Türe auf, trat mit den anderen herein und blieb wie angewurzelt stehen. Wie hatte sich das Schloss doch verändert über Nacht? In der Eingangshalle standen plötzlich zwei Rüstungen, die munter mit ihren Visieren klapperten, an den Wänden hingen zahlreiche Porträts und Bilder, die sich allesamt zu bewegen schienen und deren Bewohner munter miteinander plauderten. Als die vier die Halle betreten hatten, verstummten sie allerdings und trompeteten dann alle im Chor: »Überraschung!«
Gryffindor drehte sich verblüfft zu den anderen um. Auch Rowena und Slytherin schienen überrascht, doch Helga strahlte und gluckste leise. Die drei anderen blickten sie an und bald stellte sich heraus, dass Helga in der Nacht aufgestanden war, um die Schule »ein bisschen zu verschönern«, wie sie sagte. Das war ihr tatsächlich gelungen. Die Rüstungen und Bilder verliehen der vorher so stillen Halle erstmals Leben. Auch in den Korridoren und Räumen hatte sich einiges verändert, berichtete Helga glücklich. Dort waren nun lange Teppiche ausgelegt, Wimpel und Wandbehänge zierten die Wände, Holzvertäfelungen schmückten die Räume. Helga hatte sich wirklich Mühe gegeben, das Schloss ein wenig wohnlicher zu gestalten und die drei anderen waren voll des Lobes.
Doch erneut wurde Gryffindor ungeduldig und drängte die anderen zur Großen Halle. Wieder stand er als erster vor der Tür, doch diesmal öffnete er nur und ließ Rowena den Vortritt. Dieser entfuhr ein leises »Oh!«, als sie in den Raum herein trat. Auch Helga und Slytherin staunten über das was sie sahen. Helles Sonnenlicht flutete in den Raum, ganz so, als besäße er keine Decke. Oder, war da tatsächlich keine Decke? Über ihren Köpfen war nur blauer Himmel zu sehen und ein paar Wölkchen, die wie kleine Wattebäusche aussahen. Diesmal war es Gryffindor der strahlte.
»Was hast du gemacht?«, fragte Rowena den Kopf im Nacken und mit dem Blick nach oben. Gryffindor grinste breit und schaute ebenfalls nach oben.
»Ich habe die Decke verzaubert, dass sie immer den Himmel wie er über dem Schloss ist anzeigt! Es ist wirklich gut geworden, gestern Nacht konnte man ja nicht wirklich viel erkennen.«
Slytherin schlug ihm begeistert auf die Schultern und lobte diesen Einfall, der der Schule erneut etwas ganz Besonderes, Einmaliges verlieh. Eine ganze Weile standen sie so im Sonnenlicht, bevor sie beschlossen, nun endlich ihren Rundgang durch das Schloss fortzusetzen. Zuerst besichtigten sie die Kerker und das neue Klassenzimmer für Zaubertränke im untersten Kellergeschoss. Danach stiegen sie auf in das erste Kellergeschoss, wo die Küche lag und begeisterten sich für die Türe, die Helga verzaubert hatte und die nun ein Bild von einer Obstschale zeigte. Erst wenn man die Birne darauf leicht kitzelte, erschien ein Türgriff und man konnte eintreten. Im Erdgeschoss angekommen war es diesmal Slytherin der zügig ausschritt und als erster die Treppe heraufstieg. Er hatte noch nicht den ersten Treppenabsatz erreicht, als plötzlich eine Stufe unter ihm nachgab und er mit dem Bein hindurch brach. Erschrocken ruderte er mit den Armen, verzweifelt um sein Gleichgewicht bemüht. Helga und Gryffindor sprangen sofort zu ihm hin und halfen ihm, sein Bein aus der Stufe zu ziehen, während er selber unablässig vor sich hin fluchte.
»Was ist das nur für eine Schlamperei, jetzt schon gehen die Stufen kaputt, brüchiges Holz, wer von euch hat brüchiges Holz verwendet?« Er schaute strafend in die Runde und schaffte es endlich sein Bein komplett zu befreien. Entrüstet ging er zwei Stufen hinauf und wäre fast schon wieder gefallen, denn die Treppe begann urplötzlich zu zittern und dann sich zu bewegen. Helga stieß einen spitzen Schrei aus und klammerte sich ans Geländer. Auch Gryffindor schien ein wenig erschrocken darüber, dass die Treppe einfach ihre Richtung wechselte, wie sich nun heraus stellte. Rowena am Fuß der Marmortreppe lachte vergnügt los.
»Kein brüchiges Holz, Salazar! Nein, nur eine Trickstufe. Unseren Schülern soll doch nicht langweilig werden zwischen den ganzen Übungsstunden.« Sie kicherte. »Und bis die Schüler da sind, dürft ihr Spaß an den Treppen haben. Das habe ich nämlich heute Nacht gemacht!«
Helga und Gryffindor wechselten einen Blick und mussten nun, da der Schreck überstanden war, mit Rowena lachen. Selbst Slytherin konnte sich ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen, trotzdem brummte er augenscheinlich beleidigt: »So ein Kinderkram konnte auch nur dir einfallen. Ich hoffe du hast nicht noch mehr angestellt, außer Trickstufen und rasenden Treppen?«
Rowena zuckte leichtmütig die Achseln und hüpfte auf die Treppe, die soeben wieder ihre ursprüngliche Position eingenommen hatte.
»Du wirst es wohl herausfinden«, meinte sie fröhlich und sollte damit Recht behalten. Slytherin und die beiden anderen machten schon bald noch mehr Bekanntschaft mit Rowenas Scherzen, denn sie hatte nicht nur die Treppen, sondern auch einige Räume, die nun nicht mehr dauerhaft, sondern nur noch zu bestimmten Zeiten zu sehen waren verzaubert. Außerdem gab es neuerdings Türen, die einen plötzlich nicht mehr einließen. Slytherin brauchte geschlagene 5 Minuten bis er eine Tür dazu gebracht hatte sich zu öffnen, denn die Tür wollte höflich gebeten werden und Slytherin war dem Schreien nahe. Helga und Rowena prusteten immer noch über sein Gesicht, als sie endlich im 7. Stock angelangt waren und von hier aus in die Türme stiegen. Von dort oben hatten sie eine atemberaubende Sicht über das Land und erst nach einiger Zeit verließen sie ihren Ausguck wieder. Auf dem Weg, die steile Wendeltreppe vom Westturm herunter sprach Rowena Slytherin an: »Salazar, sag mir. Jeder von uns hatte heute eine Überraschung für die anderen. Hast du auch etwas getan heute Nacht, von dem wir noch nichts wissen?«
Slytherin grinste leicht. »Findet es heraus, sucht doch mal!«, forderte er die anderen heraus. Damit war klar, dass auch er noch eine Überraschung hatte, doch wie sollten sie die in einem so großen Schloss so schnell finden? Sie bestürmten Slytherin es ihnen zu verraten und endlich gab er nach. Sie waren gerade wieder im 7.Stock angekommen und anstatt zur Treppe, ging er zielstrebig auf einen Wandteppich zu. Er schlug ihn zur Seite und hervor kam ein Geheimgang. Rowena und die anderen beiden nickten beeindruckt. Stolz führte sie Slytherin durch den Geheimgang eine enge Steintreppe herunter und sie landeten im oberen Kellergeschoss, nicht unweit der Küche.
»Beeindruckend«, lobte Gryffindor den Freund. »Gibt es etwa noch mehr von diesen geheimen Abkürzungen?«
Slytherin nickte lächelnd. »Aber ich werde nicht verraten wo! Das könnt ihr selber herausfinden.«
»Dafür werden wir ewig brauchen«, stöhnte Helga gespielt gequält und alle lachten. Anschließend stiegen sie wieder ins Erdgeschoss und traten nach draußen in die Sonne.

»Und was machen wir als nächstes?«, fragte Gryffindor die anderen.
»Die Gewächshäuser denke ich, und den Gemüsegarten müssen wir auch noch anlegen und dort unten vielleicht ein Kräuterbeet. Und eine Kürbisplantage. Und die Wiesen müssen auch noch…«Helga war voll in Fahrt, wurde aber von einer lachenden Rowena gestoppt. »Langsam, langsam«, bremste sie die andere Hexe und legte ihr freundschaftlich den Arm um die Schultern. »Ich denke wir teilen uns diesmal auf. Godric und du, ihr übernehmt die Gewächshäuser und den Garten. Salazar und ich übernehmen die Wege und die Befestigungsanlagen. Außerdem müssen wir uns noch überlegen, wie wir das Schloss vor ungebetenen Eindringlingen schützen. Einverstanden?« Sie schaute fragend in die Runde. Die anderen nickten zustimmend und sie machten sich gleich wieder an die Arbeit.

Eine weitere Woche dauerte es, bis dann endlich alles fertig war. Helga und Godric hatten mehrere Gewächshäuser gezaubert, in denen schon die ersten seltenen Pflanzen wuchsen, und zwischen dem Ort für die zukünftigen Kräuterkundestunden und dem Schloss einen großen Gemüsegarten angelegt. Helga hatte es sich zudem nicht nehmen lassen ein Kräuterbeet anzulegen und am Rande des Waldes eine Kürbisplantage zu errichten. Gryffindor hatte währenddessen die Felder fein gestutzt und in eine herrliche Blumenwiese mit Bäumen und Sträuchern verwandelt.
Rowena und Salazar hatten sich daran gemacht, einen Weg anzulegen, der vom Schlossportal über einen Teil der Ländereien führte und schließlich an einem neu erschaffenen Außentor endete. Es war aus Eisen und reich verziert, Rowena hatte hauptsächlich dabei ihre Hände im Spiel gehabt, und wurde von zwei Säulen flankiert, auf denen zwei geflügelte Eber thronten. Eigentlich war es zunächst nur ein Spaß gewesen und sie hatten einfach irgendwelche lebenden Tiere auf die Säulen gezaubert. Die beiden Schweine waren am lustigsten gewesen, wie sie grunzend dort oben gestanden hatten und als Rowena ihnen schließlich noch Flügel verpasst hatte, schien der Jux perfekt. Auch wenn das Schultor ursprünglich nicht gerade von zwei Schweinen bewacht werden sollte, mittlerweile gefielen die Tiere den Vieren so gut, dass sie beschlossen hatten, sie zu behalten. Außerdem hatte bestimmt keine andere Schule der Welt geflügelte Eber am Eingangstor und sie trugen letztendlich zum beeindruckenden außergewöhnlichen Gesamteindruck der Schule bei.
Zusätzlich hatten sich Rowena und Salazar überlegt, dass man die Schule abgesehen von dem Muggelabwehrzauber, den sie über Schloss und Ländereien gelegt hatten, auch noch mit Zaubern gegen eventuelle Angriffe durch andere mächtige Zauberer schützen musste. Sie verzauberten Schloss und Ländereien so, dass man dort weder apparieren noch disapparieren konnte, und riefen gemeinsam mit Helga und Godric einen uralten Zauber herbei, der es nur denjenigen möglich machen sollte die Schule zu betreten, der ausdrücklich dazu eingeladen wurde oder sie vorher schon einmal betreten hatte.

Am Ende der Woche standen die vier erneut zusammen, diesmal allerdings vor dem Schwarzen See, so dass sie einen einmaligen Blick auf das hell erleuchtete Schulgebäude und den See davor hatten, indem sich die Sterne spiegelten. Glücklich hielten sie sich an den Händen und keiner sprach ein Wort. Stumm standen sie einfach da, der laue Nachtwind strich ihnen über die Gesichter und sie fühlten sich so stark wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Hier lag nicht nur ihre Zukunft, sondern auch die vieler anderer Zauberer und Hexen, das spürten sie in diesem Moment genau. Von diesem Punkt aus sollten die Schüler ihre Schule zum ersten Mal sehen, das imposante Gebäude, die hohen Zinnen und Türme. Es war Helgas Idee gewesen, dass jeder neue Schüler über den See gefahren werden sollte, um gleich zu Anfang ihrer Schulzeit den imposantesten Eindruck von dem Gebäude zu bekommen. Die anderen hatten ihr begeistert zugestimmt.

Sie machten sich auf den Weg zurück zum Schloss, den breiten Schotterweg entlang am See und den Ländereien vorbei. Unterwegs unterhielten sie sich über ihr weiteres Vorgehen. Bereits am nächsten Tag wollten sie alle getrennt losziehen, um im ganzen Land nach jungen Zauberern und Hexen zu suchen, die sie an ihrer Schule ausbilden wollten. Sie waren guter Dinge und freuten sich auf ihre Reisen, bis Gryffindor plötzlich etwas einfiel: »Was sollen wir sagen, von welcher Schule wir kommen? Die Leute werden gewiss danach fragen. Wir brauchen einen Namen!«, stellte er fest.
»Und ein Wappen«, fiel Helga noch ein, denn tatsächlich, darüber hatten sie sich noch keine Gedanken gemacht, dabei wurde es doch höchste Zeit dafür. Die vier machten sich gegenseitig verschiedene Vorschläge, »Magic-School«, »Castle for Witches and Wizards« waren nur einige davon und wurden alle verworfen. Als sie das Tor mit den geflügelten Ebern passierten, schweifte Rowenas Blick über die Tiere und sie blieb plötzlich stehen. Ein abwesender Ausdruck trat auf ihr Gesicht, dann fing sie an zu grinsen und rannte hinter den anderen her.
»Ich weiß es! Freunde, ich weiß es«, schrie sie begeistert. »Ich weiß wie wir sie nennen!«
Die drei anderen blieben erstaunt stehen und sahen sie fragend an.
»Hogwarts!«, stieß Rowena atemlos hervor.
Die drei andern sahen sich mit ungläubigem Blick an.
»Hogwarts??? Was soll das denn bedeuten?«, fragte Slytherin irritiert nach.
»Na, es erinnert eben an unsere geflügelten Eber! Ein unkonventioneller Name für eine unkonventionelle Schule!«, lachte Rowena. »Und nicht nur das. Hogwarts besteht nur aus Buchstaben, die auch in unseren Namen zu finden sind. H für Helga, O für ROwena, G für Godric, W für…«
»Und Schweine sind außerordentlich klug müsst ihr wissen«, erklärte Helga, die ehemalige Bäuerin, fachmännisch. »Und sie sind äußerst empfindlich für das Übernatürliche.»
»Schon gut«, unterbrach Gryffindor den Redeschwall der Frauen. Er überlegte einen Moment und sagte dann langsam: »Hogwarts. … Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei. Das hört sich tatsächlich gut an.«
Helga nickte bedächtig, während Rowena strahlte und sogar Slytherin stimmte leicht kopfschüttelnd zu. Wenn schon besondere Schule, dann auch ein besonderer Name, dachte er sich.
Ein Wappen für die Schule war gegenüber dem Namen schneller gefunden. Schnell einigten sich die vier für ein Wappenschild, in deren Mitte der große Buchstabe H stand und um den sich die vier Patronusgestalten der Gründer gruppierten: ein goldener Löwe auf rotem Grund, eine silberne Schlange auf grünem Grund, ein schwarzer Dachs auf gelben Grund und ein kupferfarbener Adler auf blauen Grund. Unter dem Wappen schlängelte sich ihr Leitsatz: Draco dormiens numquam titillandus.

Nun schien tatsächlich alles für den Schulbeginn, der am 1. September mit den von ihnen ausgewählten Schülern starten sollte, vorbereitet zu sein. Das Schulleben konnte beginnen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Februar 2006 16:41 
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Kapitel 6
Vier Häuser


Pünktlich zum Schulbeginn am 1. September waren die vier Gründer wieder zusammen getroffen. Jeder war mehrere Wochen im Land umher gereist und hatte nach Schülern für ihre Schule gesucht. Jedem von ihnen waren dabei neben der Magie noch andere Eigenschaften wichtig gewesen, die ihre Schüler haben mussten. Gryffindor, als ehemaliger Ritter, hatte besonders nach tapferen und mutigen jungen Zauberern gesucht, Rowena dagegen wollte solche, die gelehrsam waren und klug. Helga dachte vor allem an den Fleiß der jungen Leute und hatte solche ausgesucht, die keine Arbeit scheuten und noch dazu gerecht und treu waren. Ganz anders Slytherin, der gerne listige Schüler haben wollte, die besonders viel Wert auf Freundschaft legten.

Doch obwohl sie das ganze Land absuchten und auch geeignete Schüler fanden, so waren es dann zu Schuljahresbeginn aber nur wenige, die sie mitbrachten. Viele Eltern waren skeptisch gewesen, hatten Angst ihre Kinder so weit fortzugeben oder wollten einfach nicht mit Magie in Verbindung gebracht werden. Nur wenige stimmten zu und ließen ihre Sprösslinge ziehen. So war es nur eine kleine Schar, die von den vier Gründern am 1. September durch das schwere Eichentor durch die Empfangshalle in die Große Halle geführt wurde. Dort hatten sie ein üppiges Festmahl auftischen lassen und unter dem von Helga entworfenen Hogwarts-Banner saßen nun zukünftige Lehrer und Schüler zusammen und gedachten der kommenden Zeit.

Bereits am nächsten Morgen begann der Unterricht und Schüler und Lehrer merkten schnell, dass ihr beider Leben nun anders werden würde. Aber schnell hatten sich alle an ihr neues Zuhause gewöhnt, das Schloss wurde mit großer Begeisterung erkundet, immer mehr von Slytherins Geheimgängen wurden entdeckt, auch wenn er versicherte, dass längst nicht alle gefunden waren. Die Portraits im Treppenhaus plauderten freundlich mit Schülern und Lehrern, gingen sich gegenseitig in ihren Bildern besuchen und berichteten von den enormen Fortschritten der Zauberschüler.

Nachdem die Schüler nach einem Jahr über den Sommer nach Hause geschickt worden waren und dort begeistert von Hogwarts und dem Leben dort berichtet hatten, verbreitete sich der Ruf der Schule wie eine Lauffeuer und die vier Gründer konnten auf ihren Reisen tatsächlich viel mehr neue Schüler mitbringen, wie noch im Jahr zuvor. Auch in den folgenden Jahren verbreitete sich der gute Ruf von Hogwarts durch ganz England und schon im vierten Jahr nach der Gründung warteten etliche 11jährige Zauberer und Hexen auf ihre Aufnahme in Hogwarts. Es waren so viele geworden, dass sie nicht mehr alle gemeinsam in einem Klassenzimmer Platz haben würden und die vier Gründer fast in Streit darüber gerieten, wen man nun noch aufnehmen könne und wen nicht. Jeder von ihnen wollte natürlich die Schüler mit den von sich selbst bevorzugten Tugenden in Hogwarts aufnehmen und nicht einsehen, dass andere Tugenden genauso gut oder besser als die befürworteten waren. Ihre Diskussionen wurden immer hitziger, die Wortgefechte immer heftiger, bis Gryffindor, der eigentlich der unnachgiebigste von allen war, eines Abends mit der Faust auf den Tisch schlug und alle anderen zusammenfahren ließ.
»Es reicht jetzt!«, verkündete er.
»Findest du«, fuhr im Rowena aufmüpfig dazwischen, verstummte aber sogleich, als sie seinen entschlossenen Blick sah und erkannte, dass ihm etwas eingefallen war.
»Schluss mit den Streitereien, wir kommen doch nie zu einer Übereinstimmung, wie unsere Schüler zu sein haben. Und es ist auch egal, weil wir alle aufnehmen werden.«
»Aber es sind zu viele, die Räume sind zu klein«, erklärte Slytherin verärgert, denn das half nun auch nicht weiter, was Gryffindor gerade eben gesagt hatte. Doch der hob die Hand und gebot Slytherin still zu sein, denn er war noch nicht fertig.
»Wir werden alle aufnehmen«, fuhr er fort. »Und sie werden alle in der gleichen Klasse sein, aber nicht im gleichen Unterricht.«
»Wie soll das denn gehen? Willst du sie aufteilen?«, fragte Helga stirnrunzelnd nach.
»Genau das will ich«, nickte Gryffindor.
»Und wie?«Rowena war Gryffindors Idee noch lange nicht klar.
»Ganz einfach, nach ihren Tugenden! Jeder von uns hat besondere Vorlieben bei den Schülern, sollen doch alle mit den gleichen zusammen unterrichtet werden!«, erklärte Gryffindor.
»Ja,«, überlegte Slytherin langsam, »das könnte tatsächlich gehen. Und jede Gruppe bekommt ihren eigenen Bereich im Schloss, schließlich ist es groß genug.«
»Wir unterteilen Hogwarts einfach in vier Häuser!«, rief Rowena dazwischen. »Ein Haus für jeden Gründer: Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin. Und jedes Haus bekommt ein eigenes Symbol, nämlich unsere Patroni. Sie sind doch schon auf unserem Wappen abgebildet, warum sollen sie nicht für die einzelnen Häuser stehen?«
Die anderen nahmen jubelnd ihren Vorschlag an. Endlich herrschte wieder Einigkeit unter ihnen und eine nahezu perfekte Lösung war gefunden. Nur eine Kleinigkeit gab es noch.
»Schön und gut, das alles. Aber,«, wandte Slytherin dann doch noch ein, »wie werden die Schüler nach unserer Zeit aufgeteilt werden? Wir erkennen unsere bevorzugten Schüler, aber wie soll man nach uns die Schüler erkennen können? Wir werden nicht ewig in Hogwarts bleiben.«
Das schien wirklich eine schwere Frage, aber dann hatte Gryffindor den rettenden Einfall. Er spielte gedankenverloren mit seinem Spitzhut in der Hand und warf ihn dann plötzlich in die Luft.
»Ich weiß etwas!«, rief er und schaute strahlend in die Runde. »Der Hut, ich trage ihn so selten. Aber jeder der neu an unserer Schule kommt wird ihn aufsetzen und er wird tief in die Seele desjenigen schauen, der ihn trägt. Wir werden ihn so verzaubern, dass er mit unserem Verstand ausgerüstet ist und jeden Schüler in das Haus schickt, mit dessen Tugenden er oder sie übereinstimmt.«
Er hob sofort seinen Zauberstab und richtete ihn auf den Hut. Dann murmelte er halblaut: »In Gryffindor, mein lieber Hut, regieren Tapferkeit und Mut!«
Rowena hatte sich schon hinter ihn gestellt und als er nun zur Seite trat schwang sie ihren Zauberstab und murmelte den Spruch: »Bist du geschwind im Denken, gelehrsam und auch weise, mach nach Ravenclaw deine Reise.«
»In Hufflepuff ist man gerecht und treu und hat vor Arbeit keine Scheu«, machte Helga weiter, bevor als letzter Slytherin dem Hut seinen Spruch mitteilte: »In Slytherin weiß man List und Tücke zu verbinden und du wirst hier echte Freunde finden.«

Die vier sahen sich glücklich an. Erneut hatten sie eine Hürde gemeistert, durch festen Zusammenhalt. So sollte es auch für die Zukunft bleiben.
Gemeinsam beschlossen sie, in der großen Halle statt eines großen Tisches nun vier Haustische aufzustellen, an dem die Schüler ihre Mahlzeiten einnehmen konnten, immer unter dem wachsamen Auge der vier Gründer, die einen eigenen Tisch im oberen Bereich der Halle haben würden. Beschwingt von ihrer neuen Idee machten sich alle vier danach daran, für ihre Häuser einen eigenen Bereich zu schaffen. Gryffindor stieg in den zweiten Stock und errichtete im angrenzenden Türmchen den Gryffindorbereich mit Gemeinschaftsraum und Schlafsälen. Scherzhaft hängte er vor den Eingang das Portrait einer alten Hexe und schärfte ihr ein, nur diejenigen mit dem richtigen Passwort einzulassen. Die anderen drei beobachteten sein Tun und fanden die Idee großartig. So wurde tatsächlich sichergestellt, dass auch nur die richtigen Schüler das entsprechende Haus betreten konnten, denn nur Gryffindors würde das Passwort verraten werden. Helga bezog für den Hufflepuffbereich einen Teil des ersten Stockes, Rowena verschwand in Richtung der Türme. Slytherin dagegen stapfte die Treppen zum obersten Kellergeschoss herunter, denn nahe den Kerkern fühlte er sich augenscheinlich am wohlsten.

Nachdem die neuen Räume zu Beginn des neuen Schuljahres endlich von den Schülern bezogen worden waren, lauschten die vier Gründer oftmals heimlich an den versteckten Eingängen und freuten sich, wie gut es den Schülern in ihren neuen Häusern gefiel.
Dieses Jahr war zudem das erste gewesen, in dem die Gründer nicht selber in den Sommermonaten losgezogen waren und neue Schüler geworben hatten. Ihre Schule genoss mittlerweile einen so guten Ruf und war landesweit bekannt, dass man die betreffenden 11jährigen nur noch anschreiben musste und so waren statt der Gründer selber, zahlreiche Eulen losgeschickt worden, um sie einzuladen. Rowena hatte eine Feder verzaubert, die alle magischen Kinder in ganz England aufgeschrieben hatte und sie mussten nur noch diejenigen aussuchen, die noch vor dem 1. September elf Jahre alt wurden. Zudem schrieb die Feder jedes Mal einen Namen auf, wenn ein neues magisches Kind geboren wurde und die Schülerlisten für die kommenden Jahre waren so bereits fertig gestellt. Die Feder war eine weitere hervorragende Idee gewesen, die viel an Arbeit erleichterte, hatten die Gründer doch mittlerweile allerhand mit ihrer Schule zu tun. Trotzdem war sie nicht ganz fehlerlos, wie sich bald herausstellte.

Eines Abends stürmte Slytherin erbost ins Lehrerzimmer im 5. Stock. Die drei anderen sahen erstaunt auf, als er mit wehendem Umhang hereingeeilt kam und die Tür hinter sich zudonnerte.
»Salazar was ist los? Warum bist du so außer dir?«, fragte Helga erstaunt und bot ihm einen Stuhl an, damit er sich schnell setzen konnte.
»Ein Skandal«, presste Slytherin hervor.
»Was ist passiert?«, Gryffindor setzte sich neben ihn. »Sprich doch alter Freund.«
»Ein Muggel bei uns im Schloss!«, rief Slytherin anklagend und Rowena sprang aufgeregt auf.
»Das kann nicht sein, kein Muggel kann das Schloss sehen, niemand der nicht hierher eingeladen wurde…«, stotterte sie.
»Aber sie wurde ja eingeladen! Das ist ja das schlimme«, knurrte Slytherin weiter.
»Das kann nicht sein, du musst dich irren«, versuchte die gutmütige Helga ihn zu beruhigen. »Die Feder schreibt nur magische Kinder auf, keine Muggel.«
»Oh doch! Ich würde es selber nicht glauben, wenn ich es nicht mit eigenen Ohren gehört hätte. Ein Mädchen, eine Slytherin auch noch und offenkundig äußerst magisch begabt, sie erzählte heute Abend im Gemeinschaftsraum wie überrascht sie und ihre Familie gewesen sei, als der Brief aus Hogwarts kam, habe sie doch gar nicht gewusst, dass sie eine Hexe sei. Ihre Eltern seien in keinster Weise magisch. Sie sind Muggel. Versteht ihr nicht? Muggel!« Slytherin blickte sich leicht hysterisch um. »Wir müssen sie sofort von der Schule verweisen und ihr Gedächtnis verändern«, erklärte er atemlos.
»Langsam Salazar«, beschwichtigte ihn Gryffindor, der nun wieder lächelte. »So lange es nur das ist. Auch bei mir in Gryffindor gibt es einen Schüler der nicht durch und durch magisch ist. Seine Mutter ist eine Hexe, sein Vater aber ist Muggel. Ein Halbblüter sozusagen. Was regst du dich also auf, es zählt doch nur ob die Schüler magisch sind und nicht die Eltern.«
»Was?«, empörte sich Slytherin entsetzt. »Noch mehr davon? Wir müssen sie alle entfernen, sie sind keine wahren Reinblüter, das geht nicht.«
»Salazar, nun reicht es!« Gryffindor wurde wirklich ärgerlich und war aufgestanden. »Das artete ja in Rassenwahn aus. Willst du etwa so werden wie die Muggel und solche, die in deinen Augen nicht „vollkommen“ sind, aussortieren?«
»Darum geht es doch gar nicht«, wehrte Slytherin unwirsch ab. »Aber bedenkt doch, so werden auch die Muggel von uns erfahren. Das bedeutet Gefahr für uns. Hogwarts wird kein Geheimnis mehr bleiben und die Zauberwelt könnte aufgedeckt werden.«
»Aber es sind doch nur wenige, die nicht reinen Blutes sind. Es gibt in jedem Haus doch nur ein paar. Und bei den Halbblütern werden schon die magischen Elternteile dafür sorgen, dass nichts über uns bekannt wird«, mischte sich Rowena mit ein.
»Aber die anderen, die aus nichtmagischen Familien, was ist mit denen? Sie werden überall erzählen, dass ihre Kinder nun nach Hogwarts gehen«, rief Slytherin ärgerlich.
»Aber Salazar, überleg doch mal, sie werden es bestimmt nicht erzählen, sonst würden sie doch preisgeben, dass ihre Kinder Hexen und Zauberer sind und sie somit der Verfolgung der Muggel aussetzen«, versuchte auch Helga Slytherin zu besänftigen. Doch der sprang voller Zorn auf.
»Ihr wollt es nicht begreifen, ihr seid so kleingeistig. Die Muggel werden noch unser Verderben sein, deswegen muss jeder Muggel und jeder der von Muggeln stammt von Hogwarts ferngehalten werden. Mit allen Mitteln!« Sein Gesicht hatte sich zornig gerötet und er rannte aus dem Raum. Den ganzen Weg die Treppe herunter konnten sie ihn keifen und poltern hören. Als er ungefähr auf der Höhe des zweiten Stockwerks angekommen sein musste, wurde er plötzlich still.
Rowena und Godric tauschten viel sagende Blicke: Salazar war aufbrausend, aber er würde sich schon wieder beruhigen. Das was Slytherin allerdings tatsächlich zur Ruhe brachte, sollten sie nie erfahren.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 10. Februar 2006 16:45 
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Kapitel 7
Das Ende


10 Jahre waren seit jenem Abend vergangen und tatsächlich hatte sich Slytherin wieder beruhigt und die Eintracht zwischen den vier Gründern war wieder hergestellt, jedenfalls augenscheinlich. Innerhalb und rund um die Schule hatte sich jedoch so manches verändert, doch das nur zum Guten. Zwar unterrichteten noch immer Gryffindor, Helga, Rowena und Slytherin ihre Fächer, doch es waren weitere Lehrer und Fächer dazu gekommen. Ehemalige Schüler waren als Lehrer geblieben und so war es den Schülern mittlerweile ermöglicht worden, auch die Runenschrift zu studieren, Sterne zu deuten und das Fliegen auf Besen zu lernen. Jedes Jahr wurden verschiedene Wettkämpfe zwischen den vier Häusern ausgetragen, wer den besten und schnellsten Flieger hatte oder wer die besten Kunststücke vorführen konnte. Das siegreiche Haus bekam am Ende des Schuljahres einen gewaltigen Pokal, den Slytherin gestiftet hatte und der heiß begehrt war. Zudem war ein weiterer Wettstreit zwischen den Häusern ins Leben gerufen worden. Eine Hausmeisterschaft, bei der das Haus gewann, welches am Ende des Jahres die meisten Punkte hatte. Punkte wurden vergeben für besondere Leistungen im Unterricht oder besondere Verdienste, konnten aber auch wieder abgezogen werden, falls ein Schüler eine Regel überschritt oder ungehorsam war. Die Punkte wurden in eigens dafür errichteten Punktegläsern gezählt, eine wahrhaftige Meisterleistung Rowenas, die es fertig gebracht hatte, dass sich die Punktesteinchen von selber entfernten oder hinzufügten, sobald ein Lehrer Punkte vergab.

Auf den Ländereien war ein eigenes Flugfeld errichtet worden und im Wald hatten sich etliche magische Kreaturen angesammelt, die auf der Flucht vor den Muggeln, einen geschützten Ort gesucht hatten. Einhörner, Niffler, aber auch einige furchterregende Kreaturen hausten dort und seit geraumer Zeit sprach man nur noch vom Verbotenen Wald, seit dort eine Schülerin unter mysteriösen Umständen verschwunden und erst Tage später geistig total zerrüttet wieder aufgetaucht war. Ein Wildhüter war eingestellt worden, der darauf achtete, dass sich die Kreaturen nicht auf die Schlossgründe verirrten und dass andererseits keiner der Schüler alleine im Wald herumlief.

Die Schülerzahlen waren stetig gestiegen, jedes Jahr pünktlich zum 1. September rollten zahlreiche Postkutschen vor dem Außentor vor und entließen magische Mädchen und Jungen, die sich freuten, wieder in Hogwarts, ihrem zweiten Zuhause zu sein. Die Erstklässler wurden, wie Helga es sich einst gewünscht hatte, mit verzauberten Booten über den Schwarzen See gerudert und waren allesamt überwältigt von ihrem ersten Blick auf das riesige Gebäude von Hogwarts.
Längst hatten sich auch einige Zauberer und Hexen mit ihren Familien in der Nähe von Hogwarts niedergelassen. Unweit des äußeren Tores war ein kleines Dorf entstanden, das sich nach der Hogwarts-Schule schlicht Hogsmead nannte und der einzige Ort in ganz England war, in dem nur Zauberer und Hexen lebten. Eltern von Schülern, die ihren Kindern nahe sein und ihnen zudem eine lange Reise ersparen wollten, wohnten dort, aber auch Vertriebene, die aus Angst vor den Muggeln ihr Zuhause hatten aufgeben müssen. Sie waren dankbar über einen Ort gewesen, an dem offensichtlich Magie gebraucht wurde und von dem sich die Muggel fernhielten. Es hatte nicht lange gedauert und auch einige Kaufleute hatten sich angesiedelt und so galt das Dorf bei den Schülern längst als beliebtes Ausflugsziel.
Auch die Lehrer und Gründer machten gelegentlich einen Abstecher ins Dorf, doch hatte man die Gründer in früheren Zeiten außerhalb des Unterrichts meist zu viert oder doch wenigstens zu zweit angetroffen, sah man sie mittlerweile fast nur noch alleine. Die innige Freundschaft, die zwischen ihnen geherrscht hatte und vor allem Rowena und Helga ihrerseits und Gryffindor und Slytherin andererseits wie ein enges Band zusammengeschweißt hatte, schien merklich abgeklungen. Tatsächlich war ihr Umgangston kühler geworden, man traf sich nur noch gelegentlich im Lehrerzimmer und die einst scherzhaft eingeführte Tradition die verschiedenen Gemeinschaftsräume mit Passwörtern zu schützen, war mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sich die Gründer selbst nicht einmal mehr untereinander die Passwörter verrieten und sie argwöhnisch in unregelmäßigen Abständen änderten. Die gut gemeinten Tradition des Flugwettbewerbs und der immerwährende Kampf um den Pokal führte häufig zu Streitigkeiten unter ihnen und ein unparteiischer Schiedsrichter musste gefunden werden, weil jeder von ihnen dem anderen vorwarf, nur die Schüler des eigenen Hauses zu loben. Auch bei der Punkteverteilung in der Hausmeisterschaft, so gingen Gerüchte herum, war es zu Streit gekommen, als Rowena Gryffindor und Slytherin beschuldigt hatte, dass sie um der Hausmeisterschaft willen, ihrem Haus Punkte abgezogen hatten. Die beiden stritten dies heftig ab, aber es war ohne Zweifel, dass besonders dort gerne Punkte verteilt wurden, wo das eigene Haus im Spiel war. Ohnehin behauptete jeder von ihnen, dass nur die von ihm bevorzugten Tugenden die richtigen seien und das die eigenen Schüler den anderen weitaus überlegen wären. Allein Helga hatte versucht zwischen allen zu vermitteln, doch die hatten stattdessen ihre Aufnahmekriterien nur verschärft. Helgas Argumente waren auf taube Ohren gestoßen und sie hatte, den anderen zum Trotz, dem Hut etwas Neues zugeflüstert, nämlich dass er nun alle, die niemand sonst in seinem Haus sehen wollte, in Hufflepuff aufnehmen sollte.

Slytherin beschwerte sich noch immer über die Aufnahme von Muggelgeborenen und Halbblütern in Hogwarts und lieferte sich zunehmend hitzigere Wortgefechte mit Gryffindor, der ihm zu erklären versuchte, dass die Magischen aussterben würden, wenn sie sich nicht mit Muggeln zusammentun würden. Slytherin jedoch wollte davon nichts hören. Letztendlich kam es wie es kommen musste, ein fürchterlicher Streit entbrannte zwischen den beiden.
Auslöser war dafür wieder die Feder gewesen, die ein magisches Muggelmädchen auf die Liste für Hogwarts gesetzt und Slytherin davon erfahren hatte. Gryffindor erwischte ihn dabei, wie er versuchte den Namen wieder zu entfernen und geriet außer sich.
»Nimm deine dreckigen Pfoten da weg«, schrie er Slytherin an, der ertappt herum fuhr. Gryffindor fixierte ihn mit wütendem Blick und kam drohend auf ihn zu.
»Du hast mir hier gar nichts zu befehlen, wir sind nicht mehr auf deiner Ritterburg, wo du klapprigen Rüstungen sinnlose Befehle zurufen kannst«, ging er auf Gryffindor los. Er war schon immer hitzköpfig gewesen und ließ sich niemals von einem anderen bevormunden oder sagen, was er zu tun und zu lassen hatte. Zu oft hatte Gryffindor ihn nun zu Recht gewiesen, das musste ein Ende haben.
»Komm ja nicht näher, sonst zeige ich dir meine wahre Macht, Gryffindor!«
»Deine wahre Macht? Wie wäre es mit deinem wahren Gesicht?«, fauchte Gryffindor zurück. »Zeig dich, elende Schlangenzunge. Denkst du ich weiß nicht, warum dein Patronus eine Schlange ist? Ein Parselmund bist du, mit dreckigen Schlangen stehst du in Kontakt.«
Slytherin erbleichte, doch dann fasste er sich wieder.
»Lieber mit dreckigen Schlangen befreundet, als mit euch«, zischte er. »Ihr seid zu töricht, um zu sehen, was ihr mit eurer Muggelfreundschaft anrichtet. Hogwarts wird ständigen Anfeindungen ausgesetzt sein, irgendwann wird das Geheimnis aufgedeckt werden. Denn irgendwann bringt uns ein elender Muggel zu Fall.«
»Dann verschwinde doch. Hau ab, verlass Hogwarts. Wir brauchen dich hier nicht, dich und deine elende Angst vor den Muggeln«, schleuderte ihm Gryffindor entgegen.
Slytherin nickte grimmig und verengte die Augen zu Schlitzen.
»Genau das, edler Gryffindor, werde ich tun. Doch ihr werdet noch hoffen, ich wäre hier geblieben, denn ihr kennt nicht meine wahre Macht über euch und einen Teil davon wird Hogwarts immer in sich haben!«
Damit rauschte er an Gryffindor vorbei und eilte mit wehendem Umhang zur Tür hinaus.

Rowena und Helga, die eben herein kamen, blickten ihm verblüfft nach. Doch auch sie wollten ihn nicht zurückhalten, denn zu tief saß mittlerweile die Kluft zwischen allen vieren. So beobachteten sie gleichmütig, wie Slytherin wenig später aus dem Eichenportal stapfte, nicht ohne es donnernd hinter sich zuzuschlagen, und hinter dem nächsten Hügel verschwand. Niemand von den Verbliebenen wusste, was Slytherins Abgang tatsächlich bedeuten würde. Zum einen ahnte niemand, was Slytherin mit seinem Worten gemeint hatte, dass seine Macht immer in Hogwarts sein würde. Denn in seiner Eile die Schule zu verlassen, hatte er doch noch die Zeit gefunden, um das zu vollenden und mit Leben zu versehen, dass er vor Jahren im Zorn erschaffen, aber später erhofft hatte, nie wieder sehen zu müssen. Zum anderen bewies Slytherins Abgang unwiderruflich den Zerfall ihrer Freundschaft und es dauerte nicht lange, da gerieten auch die übrigen drei wieder in Streit. Helga war eines Morgens plötzlich verschwunden, nur eine kurze Nachricht besagte, dass sie Abschied genommen hätte und jenseits von England neue Kräuter erforschen wolle. Damit blieben Rowena und Gryffindor übrig, die sich einst so gut verstanden hatten und die sich zeitweise mit verklärtem Blick betrachtet hatten. Doch nun versuchten beide ihren Machttrieb auszuleben und von trauter Zweisamkeit konnte keine Rede sein. Als man Rowena das Angebot machte eine neue Schule zu eröffnen, irgendwo in Übersee, wo die Magischen weiteres Land vermuteten, nahm sie es ohne zu Zögern an. Gryffindor erfuhr nie, ob es ihr geglückt war oder nicht. Er blieb schließlich als letzter in Hogwarts zurück, doch er spürte bald, dass er dort nicht mehr glücklich werden konnte, denn plötzlich vermisste er die anderen. Er gab sein Lehreramt ab und errichtete sich stattdessen als Schulleiter ein Büro im Ostturm. Dort verwahrte er die magische Feder, den alten Spitzhut, der nun jedes Jahr die Schüler auf die Häuser verteilte, und alle anderen Andenken an die gemeinsame Zeit auf. Sein Schwert besaß er immer noch, doch wann immer er es betrachtete, wurde er wehmütig. Denn was hatte Merlin einst gesagt, als er, Gryffindor, noch das Schwert trug? »Doch nur wenn Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin zusammen arbeiten, werdet Ihr und Eure Schule gegen alle Feinde erfolgreich bestehen werden.«
Die Einheit war zerbrochen, Hogwarts konnte also angegriffen werden. Ob jemals wieder Einigkeit zwischen den Häusern herrschen würde?
Gryffindor wusste es nicht, doch er spürte deutlich, dass dieser Zusammenhalt eines Tages noch wichtig werden würde und er ahnte nicht, dass 1000 Jahre später sein alter Spitzhut den zukünftigen Schülern von Hogwarts, das selbe sagen würde.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Februar 2006 00:21 
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Hey Miamaria,

nun ist sie aber zu Ende, oder? :D

Die weiteren Kapitel haben mir auch sehr gut gefallen und ich bin wirklich begeistert davon, dass du wirklich alle Details berücksichtigt und logisch erklärt hast!
Besonders gut hat mir gefallen, dass jeder der Gründer nachts loszog, um seine eigenen, kleinen Gehimnisse in Hogwarts einzubauen. Nun wissen wir endlich mal, wie es zu den nervigen Trickstufen, den hässlichen Rüstungen und den vielen Geheimgängen kam ;) Hatte Slytherin schon damals die Kammer des Schreckens eingebaut? :shock: Das fände ich ja reichlich link von ihm, aber nun gut, es ist Slytherin...
Auch wie der Name "Hogwarts" enstanden ist, fand ich toll, eine witzige Szene.

Zitat:
Die beiden Schweine waren am lustigsten gewesen, wie sie grunzend dort oben gestanden hatten und als Rowena ihnen schließlich noch Flügel verpasst hatte, schien der Jux perfekt.


Das gefällt mir, denn Hogwarts ist ja wirklich ziemlich "witzig" und in allen Ecken steckt irgend ein Blödsinn, angefangen mit diesen Schweinen da vor´m Tor bis zu dem augenscheinlich unsinnigen Namen...

Die Häusereinteiling macht auch Sinn, weil du ja von Anfang an das unterschiedliche Wesen der vier herausgestellt hast und ich finde es schlüssig, dass es anfangs noch friedlich zuging, bis es schließlich zu Konkurrenzdenken wegen des Hauspokals und der Punkteverteilung kam.
Auch Slytherins Befürchtungen wegen der Muggelgeborenen hast du gut beschrieben, obwohl ich Gryffindors Argument, nämlich das Aussterben der Zauberer, für so entwaffnend hielt, dass selbst Slytherin eigentlich nix dagegen hätte sagen können....

Zitat:
»Du hast mir hier gar nichts zu befehlen, wir sind nicht mehr auf deiner Ritterburg, wo du klapprigen Rüstungen sinnlose Befehle zurufen kannst«, ging er auf Gryffindor los.


Typisch Slytherin....Gryffindor noch mal eine blöde Bemerkung über seine alte Herkunft reinzuwürgen.
Und selbst an das Schwert hast du gedacht! Ein Relikt aus alten Tagen.

Zitat:
Die Einheit war zerbrochen, Hogwarts konnte also angegriffen werden. Ob jemals wieder Einigkeit zwischen den Häusern herrschen würde?
Gryffindor wusste es nicht, doch er spürte deutlich, dass dieser Zusammenhalt eines Tages noch wichtig werden würde und er ahnte nicht, dass 1000 Jahre später sein alter Spitzhut den zukünftigen Schülern von Hogwarts, das selbe sagen würde.



Ein sehr schönes Ende und eine gelungene Anspielung an Band 5 und den Zauberkrieg überhaupt. Hogwarts wurde durch den Streit der Gründer verwundbar, wie wir ja auch in Band 6 gesehen haben und es passt wunderbar zu Dumbledores Satz: "Wir sind so stark, wie wir einig sind und so schwach, wie wir gespalten sind."


Ich kann´s nur noch mal sagen: Dies ist eine tolle FF über ein Ereignis, mit dem sich sicher nicht viele auseinandersetzen, weil es so kompliziert ist und wir ja eigentlich so wenig darüber wissen.
Deine Schreibe gefällt mir nach wie vor gut, auch wenn es ab und an nicht ganz zu der Zeit passte, aber das ist 1. schwierig und 2. hab ich das auch schon mal gesagt.... Außerdem fällt es mir bei meiner FF sogar schwer, den Ton der 70er zu treffen, weshalb ich dir nun kaum vorwerfen kann, dass es bei dir nicht immer nach "vor 1000 Jahren" klingt :D
Aber am besten finde ich die ganzen winzigen Details, an die du allesamt gedacht und die guten Erklärungen, die du für die Einzelheiten gefunden hast! *dickes Lob*

So vielleicht stürz ich mich nun noch in deine Riddle-FF, vielleicht schlaf ich aber auch meinen Fastelovens-Rausch aus... :D
Wie dem auch sei...

Ganz liebe Grüße, Tröti


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