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Ungelesener BeitragVerfasst: 5. September 2007 19:19 
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Grimmauld Platz Nr. 12 – Hinter den Kulissen

Severus Snape öffnete mit einem Schlenker seines Zauberstabes die Tür zum Verließ im Keller und ließ sie weit aufschwingen.
„Kannst rauskommen, Lupin!“, rief er in den kargen Raum hinein und seine Stimme hallte von den leeren Wänden wider.
„Und ein bisschen plötzlich, wenn´ s möglich ist, Werwolf. Du sollst deinen Wachposten pünktlich um 8 Uhr einnehmen.“
Snape wandte sich ab und wollte schon wieder zurück über die steile Treppe hoch in die Küche eilen, als er stutzte. Es sah Lupin wenig ähnlich, nicht einmal mit einem nervtötend überfreundlichen: „Danke, Severus, ich komme sofort!“ zu antworten.
Snape stöhnte leise und wandte sich wieder der Tür zu. Nach kurzem Zögern wagte er einen Blick in den Raum und erstarrte. Lupin lag als vollkommen geschundenes, blutiges Bündel am Boden, in den Resten von etwas, das mal eine Hose gewesen sein musste, und regte sich keinen Millimeter.
„Falls du es noch nicht registriert haben solltest“, sagte Snape und tat einen Schritt in den Raum hinein, „die Nacht ist vorüber. Du siehst zwar elend aus, aber so weit ich das erkennen kann, bist du kein Wolf mehr, also-“, Snape verstummte, als er bei näherem Hinsehen erkannte, dass Lupins Arm in einem seltsamen Winkel von seinem Körper abstand. Mit großen Schritten und wehendem Umhang durchquerte er das Zimmer und beugte sich über den Wolf. Seine Augen waren halb geschlossen und auf seiner Stirn stand der Schweiß. Vollkommen reglos lag er da, in einer Lache aus seinem eigenen Blut. Snape seufzte leise, ließ sich neben Lupin nieder und gab ihm einen Klaps auf die Wange, was diesen die Augen öffnen ließ.
„Severus...“
„Dein Arm scheint gebrochen zu sein“, erwiderte Snape gelassen, packte den Arm und rückte ihn gerade.
Lupin stöhnte vor Schmerz.
„Hör auf zu jammern, Werwolf! Wenn ich ihn heilen soll, musst du wohl die Zähne zusammenbeißen.“
Er zückte seinen Zauberstab und richtete ihn auf den gebrochenen Arm. Eine Beschwörungsformel murmelnd fuhr Snape damit von der Schulter bis zum Handgelenk, wiederholte den Vorgang und nickte zufrieden. „Das war´ s, Lupin. Heb ihn an!“
Remus regte sich nicht.
„Du – sollst - den - Arm - heben, Lupin!“, befahl Snape ungeduldig.
Remus zeigte erneut keinerlei Reaktion, was Snape haltlos aufstöhnen ließ.
„Ein großartiger Werwolf bist du, Lupin“, fauchte er, während er den Arm eigenhändig anhob und probehalber hin- und her bog. „Wer hat dich denn so zugerichtet? Doch nur du selbst. Und jetzt bist du unfähig, dich zu regen. Großartig! Snape schnaubte. „Nicht nur allgemeingefährlich, sondern auch vollkommen nutzlos. Aber das ist ja nichts Neues. Jetzt müssen schon wieder andere deine Arbeit für dich erledigen, Lupin, nur weil du mal wieder irgendein Wehwehchen hast!“
Während Snape so vor sich hinschimpfte, machte er sich beinah beiläufig an die Heilung der gröbsten Verletzungen und beschwor eine Schüssel mit warmem Wasser herauf.
„Ich könnte mir weiß Merlin etwas Vergnüglicheres vorstellen, als einem Wolf wie dir die Wunden auszuwaschen! Einfach abartig! Wenn du doch endlich selbst dazu in der Lage wärest, dir den Banntrank zu brauen. Kaum ist man mal anderweitig beschäftigt, geschieht gleich ein derartiges Desaster!“ Er wies mit einer ausladenden Handbewegung auf das Chaos aus Stofffetzen, Blut und Holzsplittern, in dem Remus sich leidend auf dem Boden wälzte. „Aber was erwarte ich eigentlich? Du warst schon immer ein Stümper und Nichtskönner, vollkommen untalentiert im Tränkebrauen und-“
„Aber nicht taub, Severus“, murmelte Remus, und ein gequältes Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. „Vielen Dank für deine Hilfe. Dafür muss ich wohl auch deine Unverschämtheiten in Kauf nehmen.“
Snape schnaubte wütend. „Das sieht dir ähnlich, Lupin! Undankbar bis zum geht nicht mehr. Nicht in der Lage, dir selbst zu helfen, aber auch noch frech werden! Warst du eigentlich jemals dazu fähig, für dich selbst ein zustehen, mit Potter und Black, deinen großen, starken Freunden an der Seite? Vermisst du sie, Wölfchen? Ach, was frage ich überhaupt. Ohne sie bist du ja noch erbärmlicher, als du es ohnehin schon bist.“
„Ja...“, murmelte Remus benommen.
„Was heißt hier „Ja“?“, fauchte Snape und fuhr mit seinem Zauberstab über Remus´ Brust. „Du findest dich selbst erbärmlich? Nun, das ist ja immerhin schon mal ein Fortschritt.“
„Ja, ich vermisse sie“, sagte Remus und öffnete ein Auge. „Sehr sogar.“
„Mir kommen gleich die Tränen“, sagte Snape mit angeekeltem Gesicht. „Sehr sogar! Du solltest dich mal hören, Lupin, mit deinem ewigen Gejammer. Du bist doch nichts weiter als ein sentimentaler, verweichlichter Werwolf.“ Snape lachte kalt. „Wenn du wenigstens deinem Typ treu wärest, aber nein! Du bist ja sogar eine Schande für die Werwolfschaft.“
„Ich frage mich“, stöhnte Remus und blinzelte schwach. „Wieso du dich dann überhaupt um mich kümmerst.“
Snape machte Anstalten, seinen Zauberstab zurück in den Umhang zu stecken. „Ich kann es auch gerne bleiben lassen!“, fauchte er.
„Nein, Severus. Ich bin dir sehr dankbar. Aber ich frage mich dennoch, warum du überhaupt so fair zu mir bist, wo wir ... na ja, in Anbetracht dessen, was zu Schulzeiten zwischen uns vorgefallen ist.“
Snape zog eine Augenbraue hoch und gab vor, nichts zu verstehen. „Was faselst du, Lupin. Im Fieber solltest du lieber den Mund halten. Dann gibst du noch mehr Unsinn von dir, als du es ohnehin schon tust!“
„Ich rede davon“, fuhr Remus unbeirrt fort, „dass du mir monatelang den Wolfsbanntrank gebraut hast. Und ich weiß, dass es Zeit und Mühe kostet, selbst für dich, der du es tadellos beherrschst. Und ich frage mich, warum du mir nie mit einem solchen Hass begegnet bist wie Sirius, obwohl ich es zweifellos verdient hätte.“
„Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wovon du sprichst, Lupin, und ich rate dir noch einmal, wenigstens so lange den Mund zu halten, wie du über 40 Grad Fieber hast. Dein Gefasel ist nämlich unerträglich!“
„Du weißt sehr wohl, wovon ich spreche.“, keuchte Remus und versuchte, sich aufzurichten.
„Liegen bleiben!. Mit dir bin ich noch nicht fertig, Fusselsieb!“, fauchte Snape und packte Remus an der Schulter. „Du hast dich ja einmal in der Mitte aufgeschlitzt. Das kostet leider seine, oder sollte ich lieber sagen, meine Zeit!“
„Warum tust du das, Severus?“
„Nimm es einfach hin, Lupin.“
„Ich muss es aber wissen, Severus. Ich muss einfach wissen, warum du mir hilfst, obwohl ich nie dafür sorgen konntest, dass man dich in Ruhe lässt.“
Snape schwieg und mit einem Seitenblick auf sein wutverzerrtes Profil wusste Remus, dass es besser war, ebenfalls den Mund zu halten, wenn er nicht gleich sämtliche Glieder gebrochen haben oder einen üblen Zornausbruch mit ansehen wollte. Deshalb war er umso erstaunter, als Snape mit einem Mal wieder das Wort ergriff. Leise und ohne Remus dabei anzusehen.
„Du warst in der Tat der mieseste Vertrauensschüler, den Hogwarts je gesehen hat, mit Ausnahme von Weasley vielleicht, aber...“
„Aber was?“, fragte Remus gespannt. Auf diesen Augenblick wartete er seit beinah 20 Jahren.
„Juni 1978“, erwiderte Snape knapp.
„Da haben wir Hogwarts verlassen“, murmelte Remus nachdenklich. „Was soll da gewesen sein?“
„Deine tollen Freunde...Black, Potter und Pettigrew planten mal wieder einen äußerst lustigen“, er betonte dieses Wort voller Hass, „Angriff auf mich. Vielleicht erinnerst du dich nicht mehr, aber ich weiß noch, dass sie vorhatten, mich erblinden zu lassen.“
Remus runzelte die Stirn und wollte gerade protestieren, dass seine Freunde niemals etwas Derartiges geplant hätten, als es ihm plötzlich dämmerte.
***
Die vier Jungs saßen gemeinsam in der Bibliothek, um für ihre Abschlussexamina zu lernen, als James mit einem Mal ein kleines Fläschchen aus seiner Tasche zauberte, dessen bersteinfarbener Inhalt in der Sonne, die sich durch das bunte Fensterglas stahl, leuchtend schimmerte. Er schüttelte es leicht und stellte es dann auf einen Stapel Bücher auf der Mitte des Tisches.
„Hochexplosives Ritanium!“, verkündete er grinsend.
Remus sah kurz von seinen Unterlagen auf, über denen er gebrütet hatte, und runzelte leicht die Stirn. „Wo hast du das her?“
„Bei Slughorn aus dem Zutatenschrank geklaut und ein wenig angereichert. Mit Kürbissaft oder jedem anderen Getränkt vermischt wird es zur tickenden Zeitbombe.“
„Genial!“, lobte Sirius anerkennend. „Was stellen wir damit an?“
„Na, wenn es eine tickende Zeitbombe ist, wohl am besten gar nichts“, knurrte Remus und zeichnete die Umlaufbahn des Saturn auf ein Blatt Pergament. „Am besten bringst du es dorthin zurück, wo du es herhast.“
„Spinnst du, Moony?“ James starrte ihn ungläubig an, und auch Sirius und Peter schnaubten fassungslos. „Das wäre ja die reinste Verschwendung, wo der alte Sluggy es doch niemals verwenden wird. Nein, ich hab da schon einen ganz anderen Plan.“
„Lass hören!“, forderte Sirius ungeduldig.
James grinste und neigte sich ein wenig über den Tisch. Er senkte die Stimme und hauchte beschwörend: „Schniefelus! Wir werden Schniefelus damit seinen morgendlichen Kürbissaft versüßen.“
„Geniale Idee!“, lobte Sirius und griff nach dem Fläschchen. „Was passiert dann genau?“
„Von Ritanium kannst du erblinden“, sagte Remus und schlug ein schweres Buch über Astronomie auf. „Falls ihr es nicht wisst.“
„Natürlich wissen wir das!“ James winkte beiläufig ab. „Darum geht es ja!“
Remus hob langsam den Kopf.
„Sag das noch einmal“, hauchte er ungläubig. „Hast du gerade etwa gesagt: Darum geht es ja? Krone, das kann unmöglich dein Ernst sein! Du willst Snape erblinden lassen?“
„Ach, Papperlapapp!“, fuhr Tatze dazwischen. „Du brauchst schon drei Liter direkt in die Augen, um davon blind zu werden. Eine kurzzeitige Sehschwäche.... okay! Eine vollkommene Düsternis gepaart mit einer netten, kleinen Panikattacke von Schniefely am Frühstückstisch. Das ist alles.“
„Das ist alles?“, wiederholte Remus ungläubig. „Du willst in Kauf nehmen, dass Snape möglicherweise erblindet oder es wenigstens eine Zeit lang glaubt? Was soll der Mist?“
„Er erblindet nicht!“, stöhnte James augenrollend. „Er bekommt überall hässliche Pocken im Gesicht und sieht eine Weile nichts. Was ist schon dabei? Wir haben schon viel Übleres mit ihm angestellt, Moony!“
„Wenn ihr das tatsächlich tut, verpfeif ich euch bei Dumbledore.“
“Was?“, japste Sirius und schnappte nach Luft. „Moony, du bist vollkommen plemplem!“
„Und zwar tu ich das sofort“, sagte Remus unbeeindruckt. „Bevor ihr irgendeinen Schaden anrichten könnt.“
„Jetzt hör mir mal gut zu, Remus Lupin!“ James beugte sich tief über den Tisch und funkelte sein Gegenüber gefährlich an. „Du hältst schön die Klappe, hast du mich verstanden?“
„Das einzige, was ich gerade verstanden habe, ist, dass du offenbar über Leichen gehst, James Potter. Wie kannst du es nur riskieren, dass jemand sein Augenlicht verliert?“
Remus wirbelte auf seinem Stuhl herum und nahm nun Sirius und Peter ins Visier. „Und für euch gilt das gleiche! Denkt doch mal für 5 Knuts nach über das, was ihr tut. Bindet euch mal die Augen zu und rennt einen Tag blind durch Hogwarts, dann werdet ihr merken, wie es ist, nichts zu sehen. Und so etwas wollt ihr einem Mitschüler antun?“
„Nicht einem Mitschüler!“, protestierte Sirius. „Schniefelus halt! Dem Abschaum der Zauberwelt, dem elenden Wurm!“
„Severus ist unser MITSCHÜLER!“
„Wozu in Merlins Namen nennst du ihn bei seinem widerlichen Vornamen!“, brüllte Sirius zurück.
„Wieso soll ich das nicht tun?“, schoss Remus zurück. „Er hat nun einmal einen! Wir haben ihm schon genug angetan, aber das geht eindeutig zu weit. Das werde ich unter gar keinen Umständen zulassen!“
„Ach ja?“ Sirius grinste gelassen und James lachte auf. „Und wie willst du das verhindern?“
„So“, sagte Remus, sprang auf, schnappte sich das Fläschchen und rauschte davon.
Im Gegensatz zu Severus Snape, der dieses Gespräch hinter einem Bücherregal belauscht hatte, hörte Remus nicht, wie James und Sirius anschließend in wilde Schimpftiraden über ihn ausbrachen.
„Manchmal da geht er mir echt auf den Sack!“, fauchte Sirius. „Warum muss er immer so verflucht korrekt sein?“
„Ja“, James nickte zustimmend und stöhnte. „Jedes Mal, wenn wir uns in letzter Zeit was für Schniefelus ausdenken, kommt er uns so blöd: Lasst ihn in Ruhe? Was hat er euch getan? Ich sag´ s Dumbledore... Soll sich doch mit dem Schmierlappen anfreunden, wenn er ihn so nett findet!“
***
„Das war nur ein einziges Mal“, flüsterte Remus und warf Snape einen flüchtigen Blick zu. „Ein einziges Mal in sieben Jahren, dass ich mich gegen sie aufgelehnt habe.“
„Aber ich kann noch sehen“, erwiderte Snape kurz angebunden.
„Mehr kann ich vorerst nicht für dich tun, Lupin. Versuch einmal aufzustehen.“
Remus ächzte, als er sich aufstützte, und Snape wartete ungeduldig, während er versuchte, sich zu erheben.
„In Merlins Namen, Lupin, du bist ein Weichei sondergleichen!“, platzte es schließlich aus Snape heraus, der Remus´ klägliche Versuche, sich zu erheben, beinah belustigt mit angesehen hatte. Und nach einem winzigen Moment des Haderns reichte er Remus eine Hand, um ihm aufzuhelfen, der diese erstaunt, aber lächelnd, ergriff.
„Danke, Severus. Tausend Dank!“
„Bedank dich noch einmal, und du liegst schneller wieder auf dem Boden, als du ahnst.“
Remus lächelte selig und tat einen Schritt auf Snape zu. „Ach, Severus...“
„Wenn du mir um den Hals fällst, dann töte ich dich!“ knurrte er, und Remus begriff, dass dies keine leere Drohung gewesen war. Im Übrigen hatte er auch nicht das Bedürfnis, Severus Snape um den Hals zu fallen´, und so humpelte er an ihm vorbei durch die Tür und grinste in sich hinein.
„Ich kann mich gerade so zurückhalten, Snape“, rief er noch, ehe er die Treppe hoch in die Küche nahm, um dort erst mal ein wenig allein zu sein, und all die Frechheiten zu verdauen, die ihm dieser unfreundliche Kerl in der letzten Stunde an den Kopf geworfen hatte.


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 5. September 2007 19:59 
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Registriert: 24. Juni 2007 12:00
Beiträge: 210
Plz/Ort: Im Untergrund, bei meinesgleichen...
Du bist heute super Tröti! :ok: Mich wundert nur ein bisschen, warum Remus sich auf einmalin einam Kerker verwandelt... :D Trotzdem gefällt mir auch siese Geschichte SUPERGUT!


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