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 Betreff des Beitrags: Remember Her [Kurzgeschichte]
Ungelesener BeitragVerfasst: 28. Februar 2007 11:21 
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Disclaimer

Die Idee zu dieser FF entstand, als ich einer Freundin von der Theorie erzählte, Snape sei vielleicht in Lily Evans verliebt gewesen und habe aus Reue die Seiten gewechselt als er erkannt hat dass er durch die Info an Voldemort Schuld an ihrem Tod trägt. Daraufhin sagte sie, diese Idee gefalle ihr gar nicht und sie halte das für ziemlich unwahrscheinlich. Wie es denn eigentlich sonst frauenmäßig bei Snape ausgesehen habe... Obwohl das zuerst witzig gemeint war, hatten wir Snape bald `ne Frau angedichtet und die Idee für diese FF war entstanden.
Nehmt‘ s bitte nicht gar so ernst.

Genre: Drama
Alter: ab 12
Rechte: Ich verdiene mit dieser FF kein Geld. Alle Figuren und Dinge aus Harry Potter gehören J.K.Rowling
und sind aus nichtkommerziellen Zwecken entliehen.

Über Kommis von euch würde ich mich sehr freuen.
Bitte schreibt auch wenn ihr die Geschichte grottenschlecht findet!


Remember her

Prolog:
Wie jeden Abend legte sich auch an diesem lauen Frühlingsabend die Dunkelheit über England. Und wie jeden Abend so umhüllte sie auch heute das alte Herrenhaus Grosvenor, das eingebettet zwischen den weitläufigen grünen Hügeln der Grafschaft Lancashire lag.
Doch in dieser Vollmondnacht hatte die für gewöhnlich so friedliche Stille etwas Bedrohliches. Wäre an diesem Abend ein Bewohner des dünn besiedelten Landstrichs am Herrenhaus vorbeigekommen, er hätte es wohl mit Schrecken angestarrt, wäre dann mit klopfendem Herzen davon gerannt und hätte in sicherer Entfernung- soweit er seinen Augen getraut hätte- die Polizei gerufen und berichtet dass am Himmel über dem Haus ein Totenschädel schwebte aus dessen Mund eine Schlange herauszüngelte.

Denn das dunkle Mal schwebte über Grosvenor, und dies war auch das erste was der Mann sah als er in der Nähe apparierte. Er war noch relativ jung, sein schwarzes Haar war etwas ungepflegt und sein nachtschwarzer Umhang befand in einem tadellosen Zustand. Der düstere Ausdruck auf seinem blassen Gesicht, dessen markantestes Merkmal eine große Hakennase war, verwandelte sich beim Anblick des dunklen Mals in Ungläubigkeit und Verwirrung, während seine Schritte gen Haus immer schneller wurden. Als er endlich das weit offen stehende Eingangstor erreicht hatte, konnte man ihm bereits ansehen was er im Haus vorzufinden erwartete.
Schnellen Schrittes ging er durch die liebevoll eingerichtete Eingangshalle, den Blick starr auf die leblos am Fuß der Treppe liegende Gestalt gerichtet. Als er sie endlich erreicht hatte kniete er sich neben sie und berührte ihre Wange. Die junge Frau war auch im Tod noch sehr hübsch, aber unverkennbar trug sie die Spuren des unverzeihlichen Fluches der ihr Leben ausgelöscht hatte. Einige Minuten kniete er einfach nur da und sah sie mit weichem, fast zärtlichen Blick an. Dann, als würde ihm etwas wichtiges einfallen, stand er abrupt auf, lief die Treppe hinauf und verschwand in einem der Zimmer. Dort blieb er sehr lange, und als er schließlich wieder herauskam waren seine Augen die eines Mannes der mühsam seine Tränen unterdrückt.
Im plötzlichen Impuls es keine Sekunde länger in diesem Haus auszuhalten verschwand er im Nichts.
Das leise Weinen das kurz darauf begann, hörte er nicht mehr.


Severus Snape apparierte so nahe an Hogwarts heran wie es möglich war. Eine Weile stand er da und sah das Schulgebäude an, das im Licht des Vollmondes etwas Unwirkliches an sich hatte.

Hogwarts, der Ort nach dem er nie große Sehnsucht verspürt hatte. Hogwarts, der Ort seiner Demütigungen, an den er niemals mehr hatte zurückkehren wollen.
Hogwarts, der Ort, an dem sich der einzige Mensch aufhielt, der ihm jetzt helfen konnte. O ja, auch ihn hatte er gehasst wie fast alles an dieser Schule, doch heute hatte er mit Entsetzen feststellen müssen, dass dieser Mann der einzige war von dem er sich Hilfe erhoffen durfte- und auch erhoffte.

Albus Dumbledore. Doch dazu musste er erst einmal in das Gebäude gelangen und das würde sich für einen Todesser bei all den Sicherheitsvorkehrungen nicht als einfach erweisen. Doch schneller als es ihm lieb war wurde Snape dieser Sorge enthoben, als sich ihm plötzlich von hinten eine große pelzige Hand auf die Schulter legte. Eine andere Hand klammerte sich um seinen rechten Arm, der zum Zauberstab zuckte. „Na wen haben wir denn da? Wenn das nicht mal Severus Snape ist.“ fragte Rubeus Hagrid mit tiefer Stimme. „Was hat ein Todesser in Hogwarts zu suchen? Ich warne dich, keine faulen Tricks.“ Langsam hob Snape die Hände. Er würde nicht den Fehler machen, den hünenhaften Hagrid zu unterschätzen, zudem wusste er von dem schlecht verborgenen Zauberstab in dem Regenschirm den Hagrid immer mit sich herumtrug.
Jedes seiner Worte genau abwägend antwortete er: „Ich muss zu Albus Dumbledore. Sofort. Ich muss mit ihm sprechen.“ Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Es ist wichtig.“ Hagrids Griff wurde fester: „Sicher willst du zu Dumbledore, is schon klar. Aber ich bezweifle, dass du mit ihm reden willst. Ich glaube eher Du-Weißt-Schon-Wer hat dich geschickt um n bisschen zu spionieren und vielleicht auch um Dumbledore umzubringen. Aber so einfach isses nich, weißt du? Du kannst hier nich einfach rumspazieren.“ Hagrid machte eine Pause, als überlege er, was er als nächstes tun sollte. Snape verdrehte die Augen und es fiel ihm sehr schwer, diesem tumben Riesen gegenüber geduldig zu bleiben. Er atmete tief ein und sagte mit aller Ruhe die er aufbringen konnte: „Hören Sie Hagrid, ich muss in einer wichtigen Angelegenheit mit Dumbledore sprechen, und seien Sie versichert dass das nicht das Geringste mit dem Dunklen Lord zu tun hat. Also bringen Sie mich jetzt zu ihm.“ „Richtig,“ sagte Hagrid und wirkte erleichtert, „am besten bringe ich dich zum Schloss, da können sie dich dann einsperren bis das Ministerium kommt um dich abzuholen.“ Er überlegte kurz. „Aber zuerst gibst du mir deinen Zauberstab.“ „Er ist in meiner Tasche.“ sagte Snape, der sich unter Hagrids Griff kaum bewegen konnte. Er fühlte, dass Hagrid in seiner Tasche herumwühlte. Endlose Minuten schienen zu vergehen bis er endlich Snapes Zauberstab zutage gefördert hatte. „Na also,“ sagte Hagrid zufrieden und leicht angespannt, „und jetzt komm mit. Und keine Mätzchen, mein Freund.“
Unter anderen Umständen hätte Snape ihm wohl einen Fluch auf den Hals gejagt, aber momentan war dieser riesenhafte Tölpel seine Eintrittskarte in das Schulgelände. Deshalb ließ er sich von ihm, teils recht unsanft, zum Schloss schubsen. Als sie das Gebäude endlich betreten hatten konnte Snape nur mühsam einen erleichterten Seufzer unterdrücken. Da es schon spät war waren im Schloss keine Schüler mehr unterwegs und auch die Lehrer hatten sich teilweise schon in ihre Zimmer zurückgezogen.
Nur durch Zufall lief ihnen McGonagall über den Weg, die mit Madame Hooch noch ein spätes Tässchen Tee getrunken hatte.
Mit offenem Mund starrte sie das seltsame Pärchen entgeistert an, aber ihre Überraschung dauerte nur einen kurzen Moment, dann holte sie reflexartig ihren Zauberstab hervor. Fragend sah sie Hagrid an. „‘N Abend, Professor. Sehen Sie mal wer da draußen vor dem Schulgelände rumgeschnüffelt hat. Hat behauptet, er will mit Dumbledore sprechen, aber ich hab ihn natürlich sofort durchschaut.“ erklärte Hagrid mit Stolz in der Stimme. McGonagall starrte Snape an. „Um Himmels Willen! Halten Sie ihn bloß gut fest, Hagrid. Ich werde sofort Professor Flitwick Bescheid geben damit er eine Eule ins Ministerium schickt. Und der Direktor muss natürlich auch informiert werden.“
Sie warf einen letzten Blick zu Snape und wollte davoneilen, als plötzlich wie aus dem Nichts die kraftvolle Stimme Albus Dumbledores erklang: „Was ist hier los?“ Drei Augenpaare folgten der Richtung aus der die Stimme gekommen war. Dort stand der Direktor in der großen Halle. Er hatte sich augenscheinlich schon bettfertig gemacht, denn er trug ein nachtblaues Bettgewand mit kunstvollen Stickereien der Sternbilder und eine dazu passende Schlafmütze. Mit ernstem Gesicht schaute er zuerst Snape an, dann wanderte sein Blick zu Hagrid und McGonagall bevor er wieder an Snape hängen blieb. „Hat draußen rumgeschnüffelt, Sir. Wollte angeblich zu Ihnen.“ knurrte Hagrid. „Haben Sie seinen Zauberstab?“ Als Hagrid freudestrahlend nickte, sagte Dumbledore: „Lassen Sie ihn los, Hagrid. Lassen Sie ihn sprechen.“ Etwas enttäuscht ließ Hagrid Snapes Arme los, die er ihm hinten auf dem Rücken verdreht hatte. Snape lieferte ihm nicht die Genugtuung, sich seine schmerzenden Arme zu reiben. McGonagall wollte protestieren: „Ich sehe wirklich keinen Grund nicht sofort das Ministerium zu informieren. Schließlich hat Hagrid einen gefährlichen Todesser gefasst.“
Dumbledore ging nicht darauf ein. „Sprechen Sie aus, was sie mir zu sagen haben.“ forderte er Snape auf. Snape sah erst zu Hagrid und dann zu McGonagall. Es war ihm gar nicht recht vor ihnen zu sprechen, aber Dumbledore machte keine Anstalten sie wegzuschicken- Snape konnte es ihm nicht einmal verübeln. Nach kurzem Zögern begann er: „Sie müssen sofort mitkommen. Sie sind der Einzige der mir jetzt helfen kann, ich weiß nicht zu wem ich sonst gehen soll. Bitte.“ sagte er fast flehend. Hagrid schnaubte: „Das war jetzt aber nich so überzeugend. Is doch klar dass der Sie irgendwo hin locken soll. Der soll Sie Du-Weißt-Schon-Wem ausliefern.“
Dumbledore machte eine Handbewegung um Hagrid zum Schweigen zu bringen. Er schien intensiv nachzudenken. „Ich versichere Ihnen, dass ich nicht im Auftrag des Dunklen Lords hier bin. Er hat überhaupt nichts mit der Sache zu tun. Aber ich brauche Ihre Hilfe.“ Snape versuchte so überzeugend wie möglich zu klingen. „Wo möchten Sie, dass ich mit Ihnen hingehe?“ fragte Dumbledore schließlich nach einer längeren Pause. „Nach Grosvenor.“ Snape musste sich zusammenreißen damit ihm die Stimme nicht versagte.
Diese zwei Worte schienen Dumbledore mehr als alles andere zu überzeugen. Mit seinem Zauberstab tippte er sich kurz an, woraufhin er plötzlich seinen Umhang anhatte. Auch die Schlafmütze war verschwunden. Mehr perplex als sonst etwas starrten Hagrid und McGonagall ihn an. „Sie wollen wirklich mitgehen Professor? Aber es könnte wirklich eine Falle sein.“ protestierte McGonagall besorgt. „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“ entgegnete Dumbledore geheimnisvoll. „Vorerst möchte ich nicht dass uns jemand folgt. Auch das Ministerium darf darüber nicht informiert werden. Kann ich mich auf Sie verlassen Minerva?“
Viel zu verwirrt um zu antworten nickte McGonagall bloß. „Gut. Kommen Sie, Mr. Snape. O nein, nicht da hinaus, hier entlang. Ich werde Grosvenor rasch an das Flohnetzwerk anschließen.“ Mit schnellen Schritten eilte er in Richtung seines Büros, dicht gefolgt von Snape und ließ eine ratlose McGonagall und einen nicht sehr intelligent dreinblickenden Hagrid zurück.
Wortlos waren Snape und Dumbledore im Kamin von Grosvenor gelandet, der sich im Arbeitszimmer des Hausherren befand. Mit gezücktem Zauberstab ging Dumbledore die dunklen Gänge entlang. Snape folgte ihm wortlos. Als sie schließlich die Tote am Fuß der Treppe erreichten, blieb Dumbledore stehen. „Arlene Montgomery.“ murmelte er gelinde überrascht und warf einen raschen Seitenblick auf Snape, der schweigend neben ihm stand. Schon seit Snapes überraschendem Auftauchen hatte er etwas in dieser Richtung geahnt, aber Snape hatte keine Ahnung, wie viel Dumbledore tatsächlich wusste.
„Arlene Montgomery.“ sagte Snape mit dünner Stimme. Diese Frau und ich... nun ja, vor langer Zeit glaubten wir, wir würden uns...“ -er stockte- „...lieben.“ Er würgte so sehr an diesem Wort, dass er sich fast erbrach. „Ein Irrtum, wie sich herausstellte. Wir haben uns vor langer Zeit getrennt. Sie verurteilte mein...Interesse für die dunkle Kunst.“ „Und doch waren Sie heute Nacht hier.“ erwiderte Dumbledore sehr sanft. „Aus einem anderen Grund. Unsere ...Beziehung blieb nicht ohne...Folgen.“ „Ich weiß. Sie haben ein Kind.“ Versonnen schaute Dumbledore auf die Tote. Oh ja, er wusste sehr viel mehr darüber als Snape glaubte.
Fast musste er lächeln als er an Arlene Montgomery dachte, die einst Schülerin in Hogwarts gewesen war. Er erinnerte sich noch gut an sie und vor allem an ihren Vater. Die Montgomerys waren ein altes Adelsgeschlecht von Muggeln, die ihren Stammbaum bis zu Wilhelm dem Eroberer zurückverfolgen konnten- etwas, das viele der reinblütigen Zauberer vor Neid erblassen lassen würde. Aber das war es nicht, was Dumbledore beeidruckt hatte. An dem Tag, an dem für alle Erstklässler die Einladung für Hogwarts herausgegangen war, war abends ein Brief von Lord Montgomery angekommen, in dem er um eine Unterredung mit dem Schulleiter bat. Bemerkenswerterweise war dieser Brief mit einer Eule gekommen. Dumbledore war, wie alle Schulleiter vor ihm an Probleme mit den Eltern muggelgeborener gewöhnt, doch ein solches Verhalten war neu für ihn. Einige Tage später hatte er sich mit dem Lord getroffen. Der Lord, ein kleiner schlanker Mann mit braunem Schnurrbart hatte die seltsame Erscheinung in dem Umhang kurz gemustert, hatte ihn in sein Arbeitszimmer geführt und war dann, nachdem er ihm einen Sessel und Whiskey angeboten hatte ohne Umschweife auf das Thema gekommen: „Wissen Sie, Professor Dumbledore, es ist nicht so, dass ich an ihrer Existenz oder der Existenz ihrer Schule zweifele. Das steht mir gar nicht zu. Durch meinen Beruf“ er hatte auf die vielen archäologischen Schätze gedeutet, die den Raum schmückten, „habe ich gelernt dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt die mit bloßer Vernunft nicht zu erklären sind. Aber ich liebe meine Tochter und deshalb will ich, dass sie die bestmögliche Ausbildung erhält und vor allem, dass sie glücklich ist. Sagen sie mir also ob es richtig war, dieses Eulenvieh einzufangen weil ihre Schule in keinem Postverzeichnis stand. Sagen sie mir, dass Arlenes Begeisterung für diese Schule zeigt, dass es das Richtige für sie ist.“ Fragend und etwas ratlos hatte er Dumbledore angesehen. Daraufhin hatte Dumbledore ihm alles genau erklärt, bis der Mann schließlich überzeugt gewesen war. Arlene hatte im September im Hogwarts-Express gesessen und der sprechende Hut hatte sie nach Ravenclaw eingeordnet. Sie war eine brillante Schülerin gewesen, besonders glänzend in den Fächern Verwandlung und Arithmantik, Jägerin im Quidditchteam und schießlich Vertrauensschülerin. Auch an Jungen mit denen sie ausging, war niemals Mangel gewesen.
Niemand von den Wenigen die es wussten konnte sich darum erklären, warum sie ausgerechnet an Snape geraten war, mit dem sie absolut nichts gemeinsam hatte. In der Schulzeit hatte sie ihn ignoriert. Sie hatte eine Ausbildung beim Ministerium gemacht und Dumbledore hatte nur selten an sie gedacht, bis Snape ein Todesser geworden war und bis ihn ein besorgter Brief des Lords erreicht hatte, dass seine Tochter sich mit Snape eingelassen hatte.
Das letzte was er davon gehört hatte war, dass Arlene schwanger war und sich von Snape getrennt hatte, der nun ein kleines Haus in Spinner’ s End in London bewohnte.
Seine Gedanken kehrten in die Gegenwart zurück als Snape sagte: „Dieses Kind war das Einzige was uns noch verband.“ „Ein Kind kann eine starke Bindung sein.“ antwortete Dumbledore versonnen. „Wo ist das Kind? Ist sie mit ihrem Großvater verreist?“ Doch längst konnte er die Antwort an Snapes versteinertem Gesicht ablesen.
„Warum hat er das getan?“ fragte Snape, mehr sich selbst als Dumbledore. „Ich war dem Dunklen Lord doch immer loyal. Ich hatte doch nicht einmal mehr Kontakt zu ihr.“ Er sah mehr als verwirrt aus. „Ich glaube nicht, dass es um dabei um Sie oder Ihre Loyalität zu Voldemort ging. Er ist lediglich bestrebt, alle auszulöschen, die gegen ihn sind oder ihm gefährlich werden könnten. Und schließlich haben Sie ja mit Ihrer Distanz gezeigt, dass sie ihnen nicht wichtig sind.“
„Damit wollte ich sie doch nur beschützen.“ Snape wankte. Nichts von seiner Kälte schien mehr übrig zu sein.
„Warten Sie. Hören Sie das?“ Dumbledore stutzte. Snape, viel zu sehr in Gedanken versunken antwortete nicht. Aber dann hallte es leise durchs Herrenhaus, ein Weinen wie von sehr weit weg. Dumbledore packte Snape an den Schultern: „Kommen Sie.“ Sagte er aufgeregt und eilte dem Geräusch entgegen, das immer lauter wurde, bis er schließlich vor einer verschlossenen Tür stehenblieb. „Das Kinderzimmer.“ erklärte Snape noch immer völlig geistesabwesend, während das Weinen langsam an sein Bewusstsein sickerte. Er riss die Tür auf. Auf einem rosa Himmelbett inmitten eines großen schwarzen Brandflecks saß ein kleines Mädchen. Sie konnte höchstens drei Jahre alt sein und trug ein langes rosa Nachthemd, auf das Ferkel das Schweinchen aufgestickt war. Als Dumbledore hereinkam, schaute sie auf, ihr kleines Gesicht war rot und verquollen vom Weinen. „Böse Männer haben meine Mami totgemacht.“ schluchzte sie. Dann sah sie Snape. „Papa!“ rief sie, sprang vom Bett auf , rannte auf ihn zu und schlang ihre kleinen Ärmchen um seine Beine. Im ersten Moment war er zu perplex um irgend etwas zu tun, doch dann beugte er sich zu ihr und nahm sie auf den Arm. Sie vergrub ihr Gesicht in seiner Schulter. Snape zögerte einen kurzen Moment, doch dann legte er seine Arme um sie und starrte das Bett an: „Ich habe alles durchsucht. Der unverzeihliche Fluch. Niemand überlebt den unverzeihlichen Fluch. Das ist unmöglich.“ Dumbledore sah ihn an, dann die Kleine und dann das Bett. „Ich glaube nicht, dass der Fluch sie überhaupt getroffen hat.“ erklärte er dann. „Nicht getroffen hat?“ echote Snape; „niemand richtet einen unverzeihlichen Fluch gegen ein leeres Bett und geht dann, wenn er nicht zumindest eine Leiche hat. Und überhaupt, Serena ist eine Squib. Sie hat niemals auch nur die geringsten Anzeichen von magischer Begabung gezeigt. Und sie hätte schon gar nicht einem unverzeihlichen Fluch ausweichen können.“
„Bei manchen Hexen und Zauberern zeigt sich die Begabung erst sehr spät. Und man sollte niemals den Fehler machen, den Selbsterhaltungstrieb eines Menschen zu unterschätzen.“ Dumbledore lächelte und tippte Serena an. Zuerst zuckte sie zusammen, doch dann lugte sie schüchtern hinter der schützenden Schulter hervor. „Willst du uns erzählen was heute bei euch passiert ist?“ fragte er sie freundlich; „es wäre sehr wichtig für uns das zu wissen.“ Serena hatte aufgehört zu weinen. Jetzt da ihr Papa da war, war schon alles gar nicht mehr so schrecklich. Mit hellen Augen sah sie den netten Opa an: „Albus Dumbledore.“ sagte sie. Dumbledore lächelte: „Ah, mein jüngster Fan. Du magst wohl Schokofrösche?“ Geistesabwesend erklärte Snape: „Ihre Mutter gibt ihr keine Süßigkeiten.“ Dumbledore sah leicht überrascht aus. Doch dann wiederholte Serena: „Böse Männer sind gekommen und haben meiner Mama wehgetan.“ Sie brach wieder in Tränen aus. da Dumbledore einsah, dass mehr wohl nicht aus ihr herauszubringen war, gab er es auf.
„Was werden Sie jetzt tun?“ fragte Dumbledore Snape. „Ich gehe zurück nach Spinners End, bis der dunkle Lord erneut nach mir ruft.“ Snape hatte sich jetzt wieder vollends im Griff. Es spürte, wie das Dunkle Mal auf seinem Arm zu brennen begann. „Aber was ist mit deiner Tochter?“ Snape lachte auf: „Ich kann sie nicht mitnehmen. Was habe ich ihr schon zu bieten, der Enkelin von Lord Gerald Montgomery! Ich habe Verpflichtungen. Und...“- jetzt stockte er doch- „der Dunkle Lord darf nie erfahren dass sie noch lebt. Er würde erneut versuchen sie zu töten. Und diesmal würde er nicht scheitern. Nein, ihr Großvater wird sich um sie kümmern und sie wird vergessen können dass sie einen Vater hatte, der sie nicht beschützen konnte. Vielleicht kann sie auch vergessen, dass unsere Welt überhaupt existiert.“ Beide schwiegen. „Aber darum habe ich Sie nicht hergebeten, Professor,“ fuhr Snape fort, „ich wollte nicht, dass Arlene da liegen bleibt. Das hat sie nicht verdient. Ihr Muggelvater wäre erst in zwei Wochen zurückgekommen. Er muss es erfahren.“
Abrupt stand er auf. Serena sah ihn fragend an und klammerte sich an seine Beine: „Wo gehst du hin Papa?“ Snape strich ihr schnell über den Kopf, ansonsten erlaubte er sich keine weiteren Zärtlichkeiten. Mit sanfter Gewalt machte sich Snape aus der Umklammerung seiner Tochter los: „Dein Großvater wird sich gut um dich kümmern.“ Sein Blick streifte den Albus Dumbledores‘, der leicht nickte.
Snape wandte sich zum Gehen. „Papa, bitte geh nicht weg. Ich hab dich lieb, Papa.“ wimmerte Serena mit dünner Stimme. Ihr flehender Blick war fast mehr als Snape ertragen konnte, trotzdem ging er schnell und bestimmt zum Tor. Ohne sich noch einmal umzudrehen oder auch nur einen Blick zurückzuwerfen überquerte er die Schwelle und warf die schwere Eichentür hinter sich ins Schloss. Das dunkle Mal auf seinem Arm brannte stärker. Snape atmete tief ein. Der dunkle Lord rief nach ihm. Nun, er würde kommen. Er würde da sein.

The End

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Sei nicht verzweifelt, wenn es ans Abschiednehmen geht. Ein Lebewohl ist notwendig, ehe man sich wiedersehen kann. Und ein Wiedersehen, sei es nach Augenblicken, sei es nach Lebenszeiten, ist denen gewiss, die Freunde sind.
Richard Bach


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白樺、青空 南風 
Shirakaba, aozora minamikaze
こぶし咲くあの丘北国の
kobushi saku ano oka kitaguni no
ああ。。。北国の春
ah, kitaguni no haru
季節は都会でわ分からないだろうと
Kisetsu wa tokai dewa wakaranai darô to
届いたお袋の小さな包み
todoita ofukuro no chiisana tsutsumi
あの故郷へ帰ろうかな。。。かえろうかな
Ano furusato he kaerô kana... kaerô kana


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 12. April 2007 11:44 
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Registriert: 30. August 2005 12:00
Beiträge: 545
eine schöne, wenn auch sehr traurige Geschichte

aber sich Snape als liebenden, seine Kinder umsorgenden Vater vorzustellen fällt wohl den meisten schwer

gibt's noch mehr Geschichten von der Art? *bitte*


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